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Rebstöcke, die nicht auf amerikanische Unterlagsreben gepfropft wurden, sind resistenter gegen Trockenheit. Vor allem Weingüter in Spanien und Chile setzen dort, wo es möglich ist, wieder auf unveredelte Reben. So berichtet der Direktor von Numanthia in Toro in Spanien im Gespräch mit dem britischen Fachmagazin drinksbusiness, dass seine alten ungepfropften Tempranillo-Reben in diesem Jahr mit extremer Hitze und fehlenden Niederschlägen gute Erträge mit hochwertigen Trauben erbracht hätten, während in anderen Regionen dieselbe Rebsorte unter Trockenstress litt, was Menge und Qualität beeinträchtigt hätte. Die Quinta da Noval im portugiesischen Douro plant trotz der um 70 Prozent geringeren Niederschlagsmenge aus dem Nacional-Weinberg mit unveredelten autochthonen Sorten einen Quinta do Noval Nacional Vintage Port zu erzeugen.

Michel Friou, Weinmacher von Almaviva in Chile, habe festgestellt, dass seine auch seine unveredelten Rebstöcke mit den zunehmend trockeneren Bedingungen im Maipo-Tal besser zurechtkommen als die auf Unterlagsreben gepfropften. Der technische Direktor von Concha y Toro, Marcelo Papa, füllt sogar einen eigenen Wein aus solchen Cabernet Sauvignon-Reben unter dem Namen „Heritage“ ab, da sie „Einzigartigen Charakter und hohe Qualität“ lieferten.

Er wies darauf hin, dass ungepfropfte Cabernet-Reben besonders tief wurzeln, was aber nicht überall von Vorteil sei. „In einem Gebiet wie Maipo, wo der Grundwasserspiegel rund 100 m unter der Oberfläche liegt, müssen die Wurzeln tief gehen, um eine stabile Wassermenge im Boden zu finden. Im Bordeaux ist es das Gegenteil. Dort sollte man vielleicht eine Unterlage wählen, die horizontal wurzelt“, da dort das Grundwasser in nur wenigen Metern Tiefe liege. Nicht alle unveredelten Rebstöcke würden tiefer wurzeln als auf Unterlagen gepfropfte. Dies hänge von der jeweiligen Sorte ab. Merlot zum Beispiel habe ein so „träges Wurzelsystem dass er unveredelt in Chile eine Katastrophe ist - er bekommt nicht genug Bodenwasser und man erhält Rosinen, so dass Merlot am besten auf Unterlagsreben wächst".
 

(al / Quelle: drinksbusiness; Foto: Lupersböck)

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