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Die Erntemenge im Anbaugebiet Mosel ist mit geschätzten 810.000 Hektolitern um rund 30 Prozent höher ausgefallen als im ertragsschwachen Vorjahr, als nur 624.000 Hektoliter in die Keller kamen. Die Ergebnisse der Traubenlese waren aber regional und lokal sehr unterschiedlich, berichtet der Moselwein e.V. in seiner Erntebilanz 2020. „Der Ertrag 2020 bewegt sich nun zwischen den Ergebnissen von 2018 und 2019 und damit wieder in einem für die Region normalen Bereich“, bilanziert Rolf Haxel aus Cochem, Vorsitzender des Moselwein e.V. Im Weinanbaugebiet Mosel werden nach seinen Angaben aktuell rund 8.700 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Die Ertragsrebfläche liegt 2020 bei 8.498 Hektar. Der Anteil von Riesling und Burgundersorten an der Ertragsfläche sei in den vergangenen Jahren angestiegen, Müller-Thurgau, Dornfelder und Kerner sowie weitere Rebsorten gingen dagegen zurück.

Haxel stuft den neuen Jahrgang als „gut bis sehr gut“ ein. Das Gros der Ernte liege im Bereich von 70 bis 90 Grad Oechsle. Mit einem Ertrag von durchschnittlich 95 Hektoliter je Hektar sei die Ausbeute bei der Hauptrebsorte Riesling „zufriedenstellend“ ausgefallen. Auch Müller-Thurgau und Elbling als zweit- und dritthäufigste Sorten der Region hätten mit durchschnittlich 110 Hektoliter je Hektar für gut gefüllte Keller gesorgt. „Hochzufrieden“ seien die Produzenten an der Mosel mit der Qualität der Burgundersorten, die beim Weiß- und Spätburgunder im Schnitt bei 90 Grad und beim Grauburgunder bei 95 Grad Oechsle liegen. Die durchschnittliche Erntemenge fällt bei diesen Sorten mit 80 bis 85 Hektolitern je Hektar aber niedriger aus. 738.770 Hektoliter, mehr als 90 Prozent der Gesamterntemenge, sind Weißweine. Die Rotweinsorten erbrachten 71.240 Hektoliter, so die Schätzung des Weinbauverbandes Mosel.

In der Exportstatistik machen sich laut Rolf Haxel die US-Strafzölle und die Corona-Pandemie bislang „vor allem beim Wert der ausgeführten Weine“ bemerkbar. Die aktuellen Zahlen des Verbandes der Weinexporteure (VDW) für die Zwölf-Monats-Bilanz von August 2019 bis Juli 2020 weisen sogar ein leichtes Plus in der Ausfuhr von Moselweinen auf. Die exportierte Menge stieg demnach um 1,2 Prozent. Der Wert ging dagegen um 7,2 Prozent zurück. Das Mengenplus resultiert laut Haxel aus stärkeren Exporten innerhalb der Europäischen Union, vor allem in nach Skandinavien und Osteuropa. Der Export in die USA – dem wichtigsten Auslandsmarkt für Moselwein – verzeichnete in der gleichen Zeit ein Minus von 2,2 Prozent und 13 Prozent im Wert.

(uka / Foto: Moselwein e.V. - Chris Marmann)

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