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Die Covid-19-Pandemie und die daraus folgende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sind die akut wichtigste Bedrohungen der Weinbranche. Sie dränge Herausforderungen wie die Gesundheitspolitik, den Klimawandel und den internationalen Handelskrieg in den Hintergrund. Das hat eine Branchenbefragung der Hochschule Geisenheim im Auftrag der ProWein ergeben, bei der Experten aus 49 Ländern in der gesamten Wertschöpfungskette der Weinbranche befragt wurden.

Der „ProWein Business Report“ ist nach eigenen Angaben die weltweit erste Untersuchung, die die globalen Auswirkungen von Covid-19 auf den Weinsektor quantifiziert und die Erwartungen für die künftige Ausrichtung der Weinbranche misst.

So hätten die durch die Pandemie verursachten Schließungen von Hotels und Restaurants zu einer globalen Disruption der Absatzkanäle von Wein geführt. Der Lebensmitteleinzelhandel und der Onlinehandel sowie teilweise der Weinfachhandel hätten in vielen Ländern von diesen Verschiebungen profitiert. Die durch Covid-19 fehlenden Auslandstouristen hätten aber in vielen Weinbauländern zu einem starken Einbruch des lokalen Weinkonsums geführt.

Durch die weltweit zeitgleichen Auswirkungen der Pandemie sei es außerdem zu einem globalen Rückgang der Weinexporte gekommen, vor allem in Länder mit hohem Weinkonsum zu sozialen Anlässen sowie in Restaurants. Die Branche erwarte nur eine sehr langsame Erholung von Tourismus und Export und rechne für das Jahr 2021 mit einer weiteren Verschlechterung der ökonomischen Lage. Für die Mehrzahl der Weinproduzenten in Spanien, Frankreich und Italien seien mehrere ihrer wert- und volumenmäßig stärksten Absatzkanäle gleichzeitig negativ betroffen. Die Steigerungen des Onlineverkaufs hätten dies bei weitem nicht kompensieren können.

Der plötzliche Einbruch wichtiger Absatzkanäle und Exportmärkte werde aus Sicht der befragten Experten dazu führen, dass sich Weinproduzenten stärker diversifizieren müssten, um ihre Abhängigkeit und das Risiko einzelner Kanäle und Märkte zu reduzieren. Dies werde nur durch weiteres Unternehmenswachstum oder Kooperationen möglich sein, um eine zusätzliche Spezialisierung im Vertrieb möglich zu machen sowie notwendiges Absatzvolumen zu erreichen. Zwei von drei befragten Produzenten erwarten negative Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Branche in einem solchen Ausmaß, dass ein Teil der Produzenten wirtschaftlich nicht überleben werden. Dies werde zu einer weiteren Beschleunigung des bereits bestehenden Strukturwandels führen, aus dem weniger, aber dafür größere Betriebe hervorgehen.

(uka / Foto: ProWein)

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