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Eisen im Boden, Eisennoten im Wein: Die idyllische Weinregion Eisenberg DAC im Südburgenland trägt den Namen ihrer markantesten Lage. Mineralische Würze prägt die Weine von hier in ganz besonderer Weise.

Die ausgedehnten Wälder im Gebiet sorgen für kühle Nächte.

OeWM WSNA

In der Hügellandschaft des südlichen Burgenlandes liegt eine ursprüngliche Weingegend. Die besonderen Böden und die Kleinklimata lassen hier Weine von besonderer mineralischer Prägung und Frische entstehen. Schon vor rund 2.800 Jahren pflanzten die Kelten hier Weinreben an. Später waren es die Mönche des Zisterzienserordens, die den Weinbau entwickelten. Seit dem Jahrgang 2009 werden die Blaufränkisch-Weine des Gebietes unter der Bezeichnung Eisenberg DAC angeboten. Ab dem Jahrgang 2022 dürfen auch Welschrieslinge mit Riedenbezeichnung als Eisenberg DAC bezeichnet werden.

Das Gebiet zwischen Rechnitz im Norden und Güssing im Süden hat sich selbst den Namen „Weinidylle“ gegeben. Die kleinbäuerlichen Strukturen mit vielen Nebenerwerbswinzern, die Lage etwas abseits der großen Reisewege und die beschauliche Landschaft machen den Aufenthalt zu einem entschleunigenden und genussvollen Erlebnis. Mit 511 Hektar Rebfläche ist Eisenberg das zweitkleinste Weinanbaugebiet Österreichs. Der Rebsortenspiegel ist fast zu gleichen Teilen zwischen weißen und roten Sorten aufgeteilt, Nummer Eins ist aber der Blaufränkisch mit 157 Hektar. Als zweitwichtigste Sorte gewinnt der Welschriesling immer mehr an Fans. Alle Weine des Gebiets zeigen markante Würze und sind keine Schmeichler, sie profitieren vor allem von Flaschenreife. So belohnen sie geduldige und verständige Weinfreunde auch nach vielen Jahren noch mit Lebendigkeit und Struktur. Eine besondere Spezialität hat sich im Süden des Gebiets erhalten: der Uhudler, ein urtümlicher Wein aus Amerikanersorten, der in acht Gemeinden produziert und vermarktet werden darf.

 

Eisen im Boden, Eisen im Wein

Benannt ist die Herkunft nach ihrer bekanntesten und markantesten Weinlage, dem 415 Meter hohen Eisenberg. Hier wurde bereits im Altertum Eisenerz abgebaut, und die Weine waren immer schon als „Eisenberger“ bekannt. Nicht nur das spezielle Klima mit kontinentalen und mediterranen Einflüssen, das kühlste im Burgenland, sorgt für die Frische in den Weinen; vor allem sind es die Böden mit Grünschiefer, Quarzphyllit und Kalkschiefer an den steilen Hängen. Diese Gesteine kommen sonst nur auf Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner in den Alpen, vor. Am Fuß der Hänge und in den flacheren Lagen wie bei Deutsch-Schützen ist es eisenhaltiger Lehm, der die Weine lebendig und vibrierend macht. Geologisch Interessierte können am Csater Berg nach Süßwasser-Opalen suchen. Die ausgedehnten Wälder bringen auch an den heißesten Sommertagen abendliche Abkühlung.

 

Kellerstöckl wie hier in der Ried Klein Csater bei Kohfidisch können als Quartier gemietet werden.

OeWM WSNA

Eisenberg DAC: Anspruchsvolle Weine

Das DAC-System mit seiner geschützten Ursprungsbezeichnung ist im Gebiet Eisenberg dem Blaufränkisch und dem Welschriesling mit Riedenbezeichnung vorbehalten. Alle anderen Sorten und Weine werden unter der Herkunftsbezeichnung „Burgenland“ vermarktet. DAC steht für „Districtus Austriae Controllatus“ und bedeutet, dass die Weine mit diesem Status besonders strenge Qualitätsvorschriften erfüllen müssen. Diese reichen von der Erntemenge über die Analysewerte bis zum Geschmacksprofil.

Die Herkunftsbezeichnung Eisenberg DAC besteht seit dem Jahrgang 2009 und wird nach Erfüllung folgender Kriterien vergeben:

Der Restzucker darf maximal 4 Gramm pro Liter betragen.

Mit dem weltweiten Trend, weg von globalen Traubensorten hin zu autochthonen und terroirgeprägten Weinen, wurden die Weine vom Eisenberg mit ihren unnachahmlich pikanten Aromen wieder populär. Sie sind gemeinsam mit der eleganten Struktur, der frischen Säure und dem feingliedrigen Tannin der Blaufränkisch das Kennzeichen aller Eisenberger Weine. Sie benötigen Geduld und Flaschenreife, sind danach aber sehr gut haltbar und stabil.

Mit ihren an Eisen und Blutorangen erinnernden Noten sind die Blaufränkisch des Gebiets hervorragende Begleiter zu Fleischspeisen, aber auch Eintopfgerichten mit Hülsenfrüchten, sogar zu festfleischigem Fisch. Die Welschrieslinge bringen das Beste von Meeresfrüchten und Fischen zur Geltung.

 

Zu Besuch in der Weinidylle

Als erstes fallen Besuchern meist die zahlreichen „Kellerstöckl“ auf, die in vielen Weinbergen zu finden sind. Die spitzgiebeligen Häuschen dienten einst als Press-, Gär- und Lagerkeller, und viele von ihnen werden heute als gemütlich ausgestattete Apartments vermietet: Es ist die ursprünglichste Art, in der Region zu wohnen. In den Thermalbädern von Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach gibt es Unterkünfte bis hin zu Fünf-Sterne-Superior-Hotels. In Moschendorf ist das Weinmuseum fast ein Muss für Besucher. Wandern, Radfahren sowie Nordic Walking gehören neben Golfpartien auf den ausgezeichneten Plätzen zu den beliebten Betätigungen im Gebiet.

Das Klassikfestival PannoniArte bringt hochkarätige Künstler nach Bad Tatzmannsdorf, Oper wird auf Schloss Tabor in Jennersdorf geboten. In der ältesten Burg des Burgenlandes in Güssing ist das Tourismusbüro untergebracht und dort finden auch Theater- und Musical-Festspiele statt. Oder man genießt die Idylle in den Buschenschänken und Restaurants, die auf den Tellern Einflüsse aus Österreich, Ungarn und Kroatien verbinden.

 

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