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Raffaella Usai hat Mallorcas Hauptstadt Palma auf der Suche nach den besten Weinbars erkundet. Ob Klassiker, versteckter Geheimtipp oder Naturwein-Tempel – hier kommen ihre persönlichen Favoriten.

Verwinkelte Gassen, weite Plätze, hippe Szeneviertel und prächtige Bauten: Palma ist nicht nur ein Touristen-Hotspot, die Stadt strahlt Atmosphäre aus. Wie in solchen Hochburgen üblich, reiht sich auch in der malerischen Altstadt Lokal an Lokal. Viele entpuppen sich als Abzocke, manche als überbewertet. Doch andere sind so, wie man es sich als Gast wünscht: originell, mit freundlichem Service und angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis. Leider ist die Auswahl an mallorquinischen Weinen in Palma überschaubar, die Weinkarten sind stets gefüllt mit anderen Herkünften. Wer also auf der Suche nach Weinen von der Insel ist, wird oft enttäuscht. Doch abseits der üblichen Adressen gibt es versteckte Bars und ungewöhnliche Restaurants, die Weinfreunde begeistern. Dort stehen immer wieder auch interessante Weine aus Mallorca auf der Karte. Das Ausprobieren lohnt sich also doppelt.

 

In der Bar Bosch treffen sich Einheimische und Touristen zum Frühstück, Mittagessen oder Aperitif.

Bar Bosch – Der Klassiker Plaza del Rei Joan Carles I, 6, Bajos, 07012 Palma

Die Bar Bosch an der Plaza Joan Carles I ist das Gegenteil eines Geheimtipps. Denn seit über 80 Jahren ist das Lokal der Platz, wo man in Palma hingeht, um zu sehen und gesehen zu werden. Ob fürs Frühstück, einen Kaffee zwischendurch oder ein gutes Glas Wein: Der Klassiker ist täglich von 7.00 bis 1.00 Uhr geöffnet und ist dabei fast immer gut besucht. Die Bar hat auf den ersten Blick etwas von eigentümlicher Zeitlosigkeit. Schaut man genauer hin, trifft sich hier tatsächlich Jung und Alt zum Klatsch und Tratsch. Nach einem Einkaufsbummel auf einer der schönsten Flanier- und Einkaufsmeilen Palmas, dem Passeig del Born, kann man sich hier einen Aperitif, ein Glas Cava oder ein schnelles Mittagessen in Form einer Langosta gönnen. Insider sagen, dass die typisch mallorquinischen Brötchen hier so gut wie nirgends sonst schmecken. Es gibt sie unter anderem mit rohem oder gekochtem Schinken, mit Käse oder Anchovis, Sobrasada, Calamaris oder Thunfisch. Am besten probiert man gleich alle!

 

Mainstream gibt es nicht in der Bar La Sang, dafür eine lockere Atmosphäre und unkomplizierten Weingenuss.

Bar La Sang – Palmas erste Naturweinbar Carrer d'Antoni Frontera, 24, 07004 Palma

„Jesus was a winemaker“ steht in Neonschrift an einer Wand der Bar La Sang: klare Ansage. Die auf Naturwein spezialisierte Bar liegt fernab des überfüllten Zentrums – und das macht ihren Charme aus. 2019 vom Schweden Lukas Lundgren eröffnet, wurde das „La Sang” bereits zwei Jahre später von Spaniens wichtigster Tageszeitung El Pais zu einer der zehn besten Naturwein-Bars des Landes gekürt. Im “La Sang” können Naturwein-Fans zwischen 400 Weinen von Kultwinzern der Szene, wie dem Österreicher Christian Tschida oder dem Italiener Angiolino Maule wählen, aber auch die mallorquinischen Größen wie „4 Kilos” oder „Cati Ribot” fehlen nicht auf der Karte. Zum Wein werden kleine Gerichte angeboten, das Menü ist stark saisonal geprägt und wechselt täglich. Unprätentiös, locker, authentisch: perfekt für alle, die Naturweine lieben und Touristenströme meiden wollen.

 

Wer auf Naturwein und Schallplatten steht, ist in der Viniloteca genau richtig.

La VinilotecaWein und Vinyl Carrer de l'Argenteria 14, 07001 Palma

Hätte ich nicht den Tipp von einem Kollegen bekommen, wäre ich wahrscheinlich an der „Viniloteca” vorbeigelaufen, so unscheinbar wirkt sie von außen. In einer der unzähligen Gassen von Palmas Altstadt befindet sich diese kleine schlauchförmige Bar, die zwar kaum Sitzmöglichkeiten bietet, dafür aber umso mehr Platz für Vinyl. Die ungewöhnliche Kombination zwischen Naturwein und Schallplatten hat aber durchaus Stil. Entstanden ist die Idee 2018 aus den Vorlieben der beiden Betreiber: Aldana liebt Wein, Javier Musik. Die Jukebox in der Mitte der Bar lässt Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Es macht einfach Spaß hier zu sein, ein Glas Wein zu trinken und seine Lieblingssongs von früher zu hören. Jederzeit wieder!

 

Auf der Dachterrasse des The Merchants kann man bei einem Glas Schaumwein wunderbar den Trubel der Altstadt ausblenden.

The Merchants – Chillen auf der Rooftop-Bar Carrer dels Apuntadors 15, Palma

Das Viertel La Lonja ist das Herz von Palmas Nachtleben und die enge Carrer dels Apuntadors seine Hauptschlagader. Früher oder später kommt hier jeder einmal vorbei. Auf dem Weg zur Bar „Wineing”, in die ich einkehren will, sehe ich ein Schild „Rooftop-Bar“. Nun, ein Glas Cava vor dem Abendessen kann ja nicht schaden, also ändere ich meinen Plan und fahre mit dem Fahrstuhl hoch auf die Terrasse des Steak-Restaurants „The Merchants”, von der man sogar auf das Wahrzeichen der Stadt, die gotische Kathedrale La Seu, blicken kann. Hier lässt sich das laute Gewusel der Altstadt wunderbar ausblenden und einen Moment innehalten! Jeden Abend von 18.30 bis 22.00 Uhr geöffnet, leider keine Snacks zur guten Weinauswahl.

 

Im Wineing kann man glasweise eine Reihe mallorquinischer Weingüter entdecken und noch dazu gut essen.

Wineing – Vielfalt im Glas Carrer dels Apuntadors 24, Palma

Nach meinem kurzen Ausflug ins Merchants lande ich doch wie geplant im „Wineing”. Es sind erst wenige Tische besetzt, also nutze ich die Gelegenheit, mich länger mit Sommelière Vicky zu unterhalten. Das Konzept des Lokals ist einfach: Die Gäste können sich mit einer Chipkarte an diversen Ausschank-Klimaschränken selbst ihren Lieblingswein in verschiedenen Mengen holen. Dabei legen die „Wineing”-Betreiber viel Wert auf eine gute Mischung zwischen Einstiegsweinen und Spitzenweingütern. Hier findet man einige mallorquinische Winzer, aber das Angebot umfasst auch Frankreich, Italien und Übersee. „Es wechselt regelmäßig und wir versuchen, den Anteil mallorquinischer Weine zu erhöhen. Dies ist nicht immer einfach, denn oft sind die kleinen, jungen Winzer bereits ausverkauft“, sagt Vicky. Die Speisekarte ist übersichtlich, die von mir gewählten Vorspeisen passen aber wunderbar zu meiner Rotwein-Cuvée aus den autochthonen Sorten Callet und Fogoneu vom Weingut „12 Volts”. Das hervorragende mallorquinische Olivenöl zur hausgemachten Focaccia rundet das Erlebnis perfekt ab.

 

Die Vorspeisen im Canela sind eine Offenbarung, am besten sollte man so viele wie möglich probieren.

Restaurante Canela – Grandiose Tapas Carrer de Sant Jaume 13, Palma

Im Restaurante Canela trifft ein modernes Konzept auf historisches Ambiente. Etwas versteckt in der Carrer Sant Jaume, einer der unzähligen Gassen der Altstadt, verbirgt sich ein gemütlicher Raum mit freigelegten alten Steinmauern. Die dunkle, intime Atmosphäre mit Kerzenlicht sorgt nicht nur bei Romantikern für gute Stimmung. Da die Vorspeisen alle verlockend klingen, lohnt es sich, eine kleine Auswahl der „Tapas para compartir“ zu bestellen, damit man so viel wie möglich probieren kann. Jede für sich ist eine Offenbarung! Der Weinkeller wartet mit mehr als 60 lokalen und internationalen Weinen auf, ich wähle ein Glas Cava aus dem Penedes als Aperitif und zum Fisch-Hauptgang eine mallorquinische Weißwein-Cuvée aus Prensal Blanc und Giro Ros. Reservierung empfohlen!

 

Die Emilio Innobar setzt auf Fusion-Food und bietet eine umfangreiche Weinkarte.

Emilio Innobar – Fine Fusion Carrer de la Concepció 9, 07012 Palma

Das „Emilio Innobar” wurde mir von einem Freund empfohlen, der regelmäßig auf Mallorca Urlaub macht. Ich vertraue seinem feinen Gaumen und gehe daher mit hohen Erwartungen hinein. Ohne Reservierung versuche ich mein Glück und werde belohnt: Restaurantleiterin Sabine Mohn findet noch einen Platz für mich. Die Küche im Emilio ist ein Mix aus mexikanischen, asiatischen und mediterranen Aromen, von Gründer Emilio Castrejón auch Fine Fusion genannt. Hier geht es um einfache, pure Aromen, die vorzugsweise Fisch oder Meeresfrüchte als Grundlage haben. Auch Sashimi und Tartar von Dorade oder Lachs stehen auf dem Menü. Die umfangreiche Weinkarte legt den Fokus auf Spanien, auch einige wenige mallorquinische Weingüter sind erhältlich. Ich wähle das „Pescado Emilio“ und ein Glas frisch-fruchtigen Bio-Verdejo von der Bodega Menade. Eine wunderbar leichte Kombination – allerdings kein Schnäppchen.

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