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Das renommierte Wiener Weingut „Mayer am Pfarrplatz“ hat viele Erfahrungen mit dem Export nach China gemacht. Deren Exportmanager Paul Kiefer erklärt, worauf Winzer achten müssen.
Und er warnt: Für China seien weder Abnahmemengen noch Investments seriös planbar. Doch aktuell laufen die Geschäfte für ihn dort gut.

Die Expansion des Weinverkaufs nach China funktionierte für Mayer am Pfarrplatz im Jahr 2013 rasch. Es lief gut. Doch plötzlich tauchte dort ein Plagiat der Weingutsmarke im Handel auf. Kopiert wurde der Weingutsname, auf dem Etikett war allerdings der Komponist Johann Strauss abgebildet. Im Original befindet sich dort bis heute ein Bild Ludwig van Beethovens, der eine Zeit lang im Stammhaus des Mayer am Pfarrplatz gelebt hatte. Das hatte es in Österreich so noch nicht gegeben, daher berichteten nicht nur Weinmedien, sondern auch die Tageszeitungen über den Fall. Kurz darauf bot sich sogar die chinesische Botschaft in Wien als Vermittler an. „Im chinesischen Rechtssystem hatte man damals wenig Chancen auf Klärung, das war uns den hohen finanziellen Aufwand nicht wert“ sagt Paul Kiefer, Export-Manager des renommierten Betriebs. Dass in China nur die besten und begehrtesten Weine gefälscht werden, wie Landeskenner gern betonen, war für die Beteiligten nur ein schwacher Trost. Sie beschlossen, den Export einzustellen. Inzwischen arbeitet das Weingut aber wieder mit einem Importeur in China zusammen. Das grundsätzliche Problem bleibe aber bestehen, betont Paul Kiefer: „Wir wissen nicht, wer unseren vor Ort kauft. Wir kennen nur in sehr seltenen Fällen die Sommeliers, die mit unseren Weinen arbeiten, die Vertriebsstrukturen sind kaum nachvollziehbar.”

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