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Auffällig ist auch die steigende Zahl der Prestigecuvees oder Icon-Wines. Viele dieser oft erst nach Jahren in den Verkauf kommenden Sonderabfüllungen werden den hohen Ansprüchen, die sie wecken, durchaus gerecht, vor allem da, wo man es mit dem Gewicht (und dem Holz) nicht übertreibt. So nimmt die Zahl der Spitzenbewertungen in unserem jährlichen BEST OF zumindest bei den Weißweinen merklich zu.
Das liegt aber auch an einer dritten Entwicklung: immer mehr Produzenten experimentieren erfolgreich mit alternativen An- und Ausbaumethoden. Die Zahl der sogenannten Natural- oder Orange-Wines steigt, und auch wo nur ein Teil der Naturwein-Ideen aufgegriffen wird, sind die Ergebnisse oft überzeugend.
Ins Hintertreffen geraten dabei jene Sorten, die von Natur aus zu reichlich Zucker und damit Alkohol neigen: Grauburgunder und vor allem Gewürztraminer, von denen uns viele bei aller zweifellos vorhandenen Qualität ein wenig zu anstrengend und zu alkoholisch ausfielen.
Bei den Rotweinen sehen wir ein etwas zwiespältiges Bild. Vor allem viele Lagrein der Jahrgänge 2016 und 2017 sind zwar sehr gut, wirken aber doch auch ausgereizt, was Dicke, Gewicht und Alkohol angeht. Der jahrelange Trend zu differenzierteren und auch feineren Weinen scheint vorerst gestoppt. Das führt heuer auch zu einer ungewöhnlichen Bestenliste, in der einige der absoluten Spitzengewächse ausnahmsweise nicht ganz oben stehen, weil es ihnen vor lauter Kraft ein wenig an der nötigen Finesse fehlt. Hier hoffen wir vor allem darauf, dass der kommende 18er seine bis jetzt nur angedeuteten Versprechen einhält.
Weiterhin erfreulich ist die Entwicklung der Blauburgunder, die bei vielen Produzenten an Charakter und Feinheiten gewinnen, während man marmeladig-warme, eher eindimensionale Exemplare, wie sie früher üblich waren, immer seltener findet.
Rund 450 Weine aus Südtirol haben wir für dieses BEST OF probiert. Her und als PDF können wir lediglich die Allerbesten der jeweiligen Kategorien vorstellen. Eine Fülle weiterer sehr empfehlenswerter Weine finden Sie, wenn Sie auf die jeweiligen Überschriften klicken. Ganz am Ende finden Sie auch Links zu Rebsorten und Weinarten, für die im BEST OF leider kein Platz mehr war.