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Die Sorte hat mit der restlichen Veltliner-Familie nichts zu tun (allein der seltene Graue Veltliner ist eine Mutation). Seine Eltern sind Gewürztraminer und der erst im Jahr 2000 wiedergefundene und nach dem Ort seiner Entdeckung benannte St. Georgen.
Grüner Veltliner neigt zu hohen Erträgen, die man ihm nicht durchgehen lassen darf, will man hochwertige Weine produzieren. Vom Traminer hat er weniger die ausgeprägte Aromatik, dafür aber den Hang zu hohen Zuckergraden geerbt. Damit verlangt er von den Produzenten ein gewisses Fingerspitzengefühl, was die Balance zwischen Ertragsreduktion und zu früher und zu hoher Reife angeht. Basis-Veltliner kann ein herrlich süffiger, feinsaftiger, angenehm unaufdringlich fruchtiger Wein sein, aber auch ein banales, dünnes Weinchen. Spitzenweine können dicht, gehaltvoll und komplex ausfallen oder im Extremfall schwerfällig und alkoholisch. Immer mehr Produzenten verabschieden sich allerdings von der in Österreich weit verbreiteten Ansicht, ein Wein wäre umso besser, je kräftiger er ist, und erzeugen auch in der Spitze zunehmend schlanke, finessenreiche Veltliner. Die sind in Bestform mindestens so komplex und ausdrucksstark wie ihre alkoholmächtigeren Pendants, lassen sich jedoch wesentlich anstrengungsloser trinken und verfügen dabei häufig auch über den deutlicheren Herkunftscharakter.
Im Allgemeinen gerät der Veltliner am besten, wenn er knochentrocken ausgebaut wird. Schon ein paar Gramm Restzucker können vor allem bei den kräftigen Varianten schnell dazu führen, dass der Wein an Präzision verliert. Gelungene Süßweine sind eher selten, es gibt sie aber.
Weit über 300 Weine haben wir für dieses BEST OF im letzten Jahr probiert. Die besten stellen wir Ihnen hier und als PDF vor. Links zu allen probierten Grünen Veltlinern mit ausführlichen Verkostungsnotizen, darunter sehr vielen weiteren empfehlenswerten Weinen, sowie ihren Erzeugern finden Sie, wenn Sie auf die Regionenbezeichnungen klicken.