wein.plus
ACHTUNG
Sie nutzen einen veralteten Browser und einige Bereiche arbeiten nicht wie erwartet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Anmelden Mitglied werden

Die Vielfalt der weißen Burgunderweine in Deutschland ist kaum überschaubar. Unter weißen Burgundersorten verstehen wir Weiß- und Grauburgunder, Auxerrois sowie Chardonnay, auch wenn es sich bei den letzten beiden um - vermutlich natürliche - Kreuzungen mit nur einem Pinot-Elternteil handelt. Der andere ist bei beiden, wie auch beim Riesling, der Weiße Heunisch. Sie gehören also nur bedingt zur Familie.

HEGER©PETERBENDER

Doch obwohl Auxerrois und Chardonnay die gleichen Eltern haben, fallen ihre Weine sehr unterschiedlich aus. Auxerrois ähnelt in seiner Nussigkeit eher dem Weißburgunder und ist vor allem für unkomplizierte, aber nicht anspruchslose Alltagsweine prädestiniert. Hochklassige Auxerrois hingegen findet man selten. Ob das nur daran liegt, dass es nicht oft versucht wird, oder ob die Sorte in ihren Möglichkeiten schlicht etwas limitiert ist, ist vielleicht noch nicht abschließend geklärt. Es gibt einige wenige bemerkenswert gute Weine, aber bei anderen ist die anhand ihres Preises behauptete Klasse manchmal eben doch nur eine Behauptung.

Bei Chardonnay ist es anders herum. Die Sorte taugt eher nicht zum Alltagswein. Unambitionierter Chardonnay bleibt oft blass. Manche deutsche Produzenten müssen sich auch fragen lassen, warum sie die Sorte überhaupt kultivieren, wenn sie aus ihr doch nur ein banales, untypisch fruchtiges, süßliches Etwas erzeugen, wie aus allen anderen Sorten auch. Es ist ein gewisser Anspruch nötig, will man aus Chardonnay einen guten Wein machen. Volumen, Kraft, Holzwürze und Buttrigkeit, wie sie oft mit der Sorte in Verbindung gebracht werden, sind dabei nicht die ausschlaggebenden Kriterien. Dicken Wein mit einer ordentlichen Portion Holzgeschmack kann jeder produzieren. Feinen, präzisen und spannungsreichen Wein wiederum, der Eleganz und zugleich Stoff und Struktur besitzt, wie das in dieser Form nur wenige Sorten können, bekommen in Deutschland bislang nur einige Ausnahmewinzer regelmäßig hin. Aber es werden immer mehr, bei denen sich zudem das Verständnis dafür durchsetzt, dass knackige Säure, ein wenig Volumen vom Hefelager und auffällige Reduktionsnoten ebensowenig ausreichen für erstklassigen Chardonnay wie Fett, Alkohol und Holz.

Der Weißburgunder ist im Vergleich nicht nur pflegeleicht, er beherrscht auch die ganze Bandbreite vom einfachen Basiswein bis zum Spitzengewächs, er kann leicht und frisch ausfallen, geschliffen, elegant und substanziell, aber auch kraftvoll, warm und schmelzig. Er erreicht selten, vielleicht auch nie die Noblesse der besten Chardonnays, ist aber deutlich vielseitiger und in allen Qualitätsstufen auch leichter zugänglich.

HEGER©PETERBENDER

Doch keine Sorte erhält in Deutschland so viel Zuspruch wie der Grauburgunder, auch wenn mancher Riesling-Freak bei diesem Gedanken einen Schluckauf bekommt. Dabei ist die Geringschätzung unangemessen. Ja, es gibt viel banalen, weichen, süßlichen, einfachen Grauburgunder, aber in dieser Stilrichtung existiert auch mehr als genug Riesling - nur eben süß-sauer statt weich. Und auch der Grauburgunder beherrscht die ganze Bandbreite von leicht bis kraftvoll in allen Qualitätsstufen. Um seinen Sorten-Charakter ausspielen zu können, benötigt er nur meist etwas mehr Schmelz und Volumen als etwa Weißburgunder. Die ganz schlanken Versionen aus beiden Sorten sind daher kaum zu unterscheiden. Werden die Weine kräftiger und anspruchsvoller, nähert sich der Grauburgunder vom Typ her jedoch immer mehr dem Spätburgunder an. Schon weiß vergoren entfalten Grauburgunder oft rot- oder sogar schwarzbeerige Noten sowie die feinen Champignon-Töne, die man auch vom Spätburgunder kennt. Nimmt ein Grauburgunder durch Maischestandzeit oder gar etwas Maischegärung Farbe und Gerbstoffe an, wird ihn blind jeder für einen Spätburgunder halten - oder umgekehrt. Es wundert daher nicht, dass sich die Sorte hervorragend für den Ausbau zum Orange-Wein eignet.

Vergessen wir nicht die Sekte! Die Schaumweinkultur hat in Deutschland im vergangenen Jahr eine Revolution erlebt. Zwar kann man guten Sekt aus fast allen Sorten erzeugen, doch jener aus Burgundersorten bleibt doch die Königsklasse. Einige deutsche Prestige-Sekte nehmen es heute mit jedem guten Champagner ihrer Preisklasse auf, und häufig muss man sagen: mindestens das. Selbst in Preiskategorien, in denen man gar keinen Champagner bekommt, oder allenfalls Karikaturen, findet man in Deutschland bereits Erstklassiges.

Knapp 800 deutsche Weine und Sekte aus weißen Burgundersorten haben wir aktuell probiert, von denen wir die besten hier vorstellen. Links zu allen Ergebnissen und den Produzenten finden Sie jeweils am Ende der Bestenlisten.

 

Weiße Burgundersorten Weißburgunder

Weiße Burgundersorten Chardonnay