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Dass einer Geschichte immer wieder spannende Kapitel hinzugefügt werden können, zeigen Martina und Johannes Gross sehr eindrucksvoll: Das Winzerehepaar übernahm vor drei Jahren das Familienweingut in der Südsteiermark und führt es mit besonderem Bewusstsein für nachhaltigen Weinanbau in die Zukunft.

Hoch hinaus sollte es für Johannes Gross vom gleichnamigen Weingut ursprünglich einmal gehen. So hoch, dass er sogar diesen Planeten verlassen wollte. Wenn auch nur temporär. Sein ursprünglicher Berufswunsch: „Astronaut. Aber dann habe ich gemerkt, dass dafür in Österreich die Raketenstartplätze fehlen“, schmunzelt er in Erinnerungen an den kleinen Jungen von einst. Oftmals braucht solch ein Überschwang den erdenden Gegenspieler. Diesen fand er nicht nur in den Wurzeln des Familienweinguts, das er seit 2019 gemeinsam mit seiner Frau Martina leitet. Auch die Rebstöcke, die auf 37 Hektar in der reizvollen Hügellandschaft der Südsteirischen Weinstraße und der angrenzenden Štajerska Slovenija unter liebevoller Handarbeit gedeihen, geben ihm Kraft und erden ihn. „Ich war schon immer gerne draußen mit dabei und habe es geliebt, meinen Eltern zuzuhören, wenn sie von ihren Weinen erzählten.“

 

Der eigene Weg

So wundert es auch nicht, dass diese enge Verbundenheit, die von Generationen geformt wurde, zu einer ganz eigenen Weinphilosophie führte. Einer, die keinen bestimmten Regeln und Vorgaben folgt. Denn bei der Bewirtschaftung namhafter Rieden wie Nussberg, Perz oder Sulz, die durch extreme Hangneigungen geprägt sind, und dem Ausbau der Weine „fließen viele Strömungen und Überzeugungen ein“, erklärt der ambitionierte Winzer. „Meine Frau und ich sind so unterschiedlich, dass es schwer werden würde, einer einzigen Ideologie zu folgen.“ Martina Gross‘ Interesse an Energetik und ihrem angeeigneten Wissen in Pflanzen- bzw. Kräuterkunde führte zu alternativen Bewirtschaftungsformen. Auch Johannes Gross erkannte bereits während seiner jugendlichen Lehrjahre, welche negativen Auswirkungen synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger auf den Wein und das Leben allgemein haben. Seit 2021 sind die beiden dabei, das Weingut auf eine biologische Landwirtschaft umzustellen. „Ich bin Praktiker“, bekennt er, „und als solcher überzeugt, dass es keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen gibt – außer, dass die Zeit im Weingarten immer gegen und im Keller immer für einen arbeitet.“

 

Zeit zu reifen

Das Fazit aus dieser Gleichung ziehen die beiden auf eindrucksvolle Weise. Um die bestmögliche Qualität im Weingarten zu erreichen, setzen sie auf Handarbeit. Jeder Rebstock wird individuell gepflegt – von der händischen Bodenbearbeitung bis zur Handlese des Traubenguts. „Wir sind überzeugt, dass die Weingartenpflege im Einklang mit der Natur geschehen muss. Das frisch gepflanzte Stöcklein braucht für eine Entwicklung hin zum tief wurzelnden, soliden Rebstock eine nachhaltige Bewirtschaftung.“ Im Keller verzichtet Johannes Gross auf beschleunigende Technik, forciert weder Ausbau noch Reifung und arbeitet gerne mit den Mondphasen. „Jede Weingartenparzelle wird von uns separat ausgebaut.“ Die Weine entstehen ohne Enzyme sowie unter Verzicht auf Reinzuchthefen, Schönungen und Filtration – und mit der Zugabe einer ganz besonderen Zutat: Zeit. Denn nur so kann die Kunst des Winzerhandwerks wirken. In einer Region, die bekannt für ihre jungen, schnell abgefüllten Weine ist, geben die beiden ihren Riedenweinen die Möglichkeit, sich vollkommen zu entfalten. Ein Prozess, der bis zu vier Jahren dauern kann – und für Weine steht, die durchaus eine Philosophie in sich tragen. Die des Loslassens, des Vertrauens und „dass alles im Fluss ist“, wie Johannes Gross es nennt.

 

Online-Tasting mit Weingut Gross

Wir laden Sie herzlich ein, dieses großartige Weingut mit seinem 2021 Sauvignon Blanc im Dezember bei unseren wein.plus:club Online-Tastings kennenzulernen. Die Plätze, die wahlweise für B2B und Endverbraucher zur Verfügung stehen, sind stark begrenzt.

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Sie können den vorgestellten Wein über folgende Wiederverkäufer beziehen.

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