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2018 wird in Montalcino bereits als der womöglich letzte “klassische” Jahrgang bezeichnet, den das Gebiet je erleben wird. Nach dem extrem heißen und trockenen Vorjahr waren die Winzer heilfroh über reichlich Regen und Schnee zu Jahresbeginn. Auch das Frühjahr war bis in den Juni hinein kühl und feucht und half weiter, die Wasserreservoirs aufzufüllen. Im Juli begann eine Schönwetterperiode, die jedoch ohne die Hitzerekorde aus 2017 auskam und eine gleichmäßige Entwicklung in den Weinbergen ermöglichte.

© Consorzio Brunello

Ausgerechnet Mitte August, als viele Winzer sich um den Ferragosto im Urlaub befanden, kehrte der Regen zurück. Unter der warm-feuchten Witterung nahm der Pilzdruck gewaltig zu und erforderte schnelles und effizientes, manchmal rigoroses Handeln. Manche Weinberge erlitten erhebliche Verluste. Der Regen hielt bis Mitte September an. Wer die Nerven verlor oder keine andere Wahl hatte und in dieser Zeit erntete, lief Gefahr, verwässerte Weine zu bekommen, denen die nötige Struktur und Substanz für erstklassigen Brunello abgeht.

Anders sah es mit den Weinen jener Betriebe aus, die es sich leisten konnten, bis Ende September oder gar bis Oktober zu warten. Der Spätsommer mit Sonnenschein, einer steten Brise und kühlen Nächten entschädigte für die nervenaufreibende Zeit davor und machte zum Teil grandiose Ergebnisse möglich.

Die qualitative Bandbreite des Jahrgangs bildet die Situation deutlich ab. Am unteren Ende stehen überwiegend weiche und zugängliche, manchmal aber auch magere und spröde Weine, denen die nötige Substanz und Komplexität für höhere Weihen fehlt; in Einzelfällen wurden wir selbst bei hoch gehandelten Weinen sogar mit gewissen Unsauberkeiten konfrontiert. Das breite Mittelfeld besteht aus überwiegend schon früh zugänglichen und dennoch gut strukturierten Weinen, die in Bestform gewisse Tiefe und Komplexität mit Charme und Eleganz verbinden. Sie sind eine willkommene Abwechslung zu den oft wuchtigen bis mächtigen Weinen der drei vorangegangenen Jahrgänge. Man hört derzeit häufiger von der besonderen Lagerfähigkeit dieser 18er, doch wir sind ziemlich sicher, dass die Mehrheit der Weine in fünf Jahren bereits mit größtem Genuss getrunken werden können und eher besser schmeckt als in zehn oder gar fünfzehn Jahren.

© Consorzio Brunello

An der Spitze des Jahrgangs stehen tiefgründige, konzentrierte und vielschichtige Weine mit betörendem Saft, Eleganz und feinster Würze, die manchmal schon heute ein unglaubliches, geradezu hedonistisches Vergnügen bereiten und doch auch einige Entwicklungszeit vor sich haben. Sie gehören zur Essenz dessen, was wir uns unter gutem Brunello di Montalcino vorstellen.

Auch das Bild der 17er Riserve und Prestige-Weine ist nicht ganz einheitlich, nur aus anderen Gründen. Das extrem trockene Jahr sorgte nicht selten für alkoholmächtige Weine mit sehr präsenten, dabei oftmals ein wenig trocknenden Tanninen. Manchen der nominellen Spitzenweine fehlt es an der nötigen Saftigkeit, um Alkohol und Tannine einzubetten. Bei einigen von ihnen haben wir daher wenig Hoffnung, dass sich ihre gewisse Sprödheit mit weiterer Reife abschleift. So sind die Basisweine bisweilen - wenn auch längst nicht immer - die bessere Wahl.

Rund 120 Brunello di Montalcino haben wir aktuell probiert, den größten Teil aus dem Jahrgang 2018. Die besten Weine stellen wir hier vor. Links zu allen Ergebnissen, den Weinbeschreibungen und den Produzenten finden Sie wie immer am Ende der Listen.

 

Brunello di Montalcino Brunello di Montalcino 2018

Brunello di Montalcino Brunello di Montalcino 2017