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Tatsächlich aber nähern sich viele Brunello, wenn sie im fünften Jahr nach der Lese auf den Markt kommen (Riserve brauchen mindestens noch ein Jahr länger), bereits ihrer Trinkreife. Ihre beste Zeit erreichen die Mehrheit der Weine zwischen 8 und 12 Jahren und halten dieses Niveau eine ganze Weile. Wer grundsätzlich auf ewige Haltbarkeit baut, könnte eine Enttäuschung erleben, wenn er zu lange wartet; nur die besten Exemplare halten nicht nur einfach durch, sondern reifen 15, 20 oder noch mehr Jahre mit Gewinn.
Die Brunello-Zone ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte massiv angewachsen. Waren es anfang der 60er Jahre gerade einmal 60 Hektar, sind es heute rund 1500, die sich mehr als 200 Produzenten teilen. Trotz dieser enormen Flächenausweitung und der damit einhergehenden Kritik an der Eignung vieler Weine, den berühmten Namen zu tragen, ist die Durchschnittsqualität des Brunello heute doch relativ hoch. Das mag auch daran liegen, dass man die Mindestlagerzeit im Fass in den 90er Jahren drastisch reduziert hat, was vor allem den weniger stabilen Weinen zugute kam. Schwache oder gezehrte Exemplare trifft man heute nur sehr selten an.
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So finden wir heute ein breites Mittelfeld an sehr guten Weinen vor, aus dem ein kleiner Teil echter Spitzengewächse herausragt. Denn kräftig und voluminös sind sie alle; Alkoholgehalte von weniger als 14 Volumenprozent sind eher die Ausnahme, da bedarf es einiger Komplexität und Tiefe, damit die Balance stimmt. Ganz oben stehen bei uns dann jene Ausnahmeweine, die zusätzlich über Finessen oder sogar echte Eleganz verfügen
Rund 130 Weine haben wir in den letzten Wochen für dieses BEST OF probiert. Die besten stellen wir Ihnen wie immer hier und in einem handlichen PDF vor. Einen link zu allen Verkostungsergebnissen finden Sie hier.
Fotos: Consorzio del Vino Brunello di Montalcino