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Vor 220 Jahren siegte die britische Flotte unter Admiral Nelson in der berühmten Seeschlacht von Trafalgar über Frankreich und Spanien. Was kaum bekannt ist: Der sizilianische Marsala spielte dabei eine entscheidende Rolle. 

Raffaella Usai
Weinjournalistin mit Leidenschaft für Italien, Reisen und Genuss

Der Marsala, wie wir ihn heute kennen, ist im Grunde eine britische Erfindung. 1773 entdeckte der englische Kaufmann John Woodhouse im sizilianischen Hafen Marsala den traditionellen Wein der Stadt. Er fand Gefallen daran, versetzte ihn mit Alkohol, um ihn haltbarer für den Transport zu machen, und exportierte ihn mit großem Erfolg nach England. Bald folgten weitere britische Händler seinem Beispiel. So wurde Marsala zu einem anglo-sizilianischen Handelsprodukt und einer echten Exportindustrie.

Historisches Fass im Keller des Erzeugers Martinez in Marsala

Raffaella Usai

Marsala als Versorgungswein der Royal Navy

Während der Napoleonischen Kriege (1803-1815) benötigte die Royal Navy große Mengen Alkohol. Marsala war ideal: robust, haltbar und gegen Oxidation unempfindlich – ähnlich wie Madeira. Er eignete sich daher perfekt für die langen Seereisen der Flotte.

Admiral Nelson lernte um 1798 John Woodhouse Jr. kennen, den Sohn des Erfinders des Marsala-Handels. Er bestellte bei ihm 200 Fässer (rund 110.000 Liter) für seine Flotte. Nelson lobte den Wein als edel genug für einen Gentlemen-Tisch – und nützlich für die Matrosen. Zu Ehren Nelsons wurde später sogar eine besondere Fassabfüllung „Bronte Marsala“ benannt – nachdem er 1799 den Titel Duca di Bronte (Herzog von Bronte) erhalten hatte.

Ein Vorteil für die Briten: Sizilien blieb während der Napoleonischen Zeit unabhängig, sodass die Nachschublinien nicht unterbrochen wurden.

 

Alkohol und das Leben an Bord

Alkohol gehörte fest zum Bordalltag der Royal Navy. Matrosen erhielten tägliche Rationen an Marsala oder auch Rum, was deren Moral und Gesundheit stärkte – vor allem in Kombination mit Zitrussaft gegen den gefürchtete Krankheit Skorbut. Die Marsala-Rationen halfen, Disziplin zu wahren, da geregelte Ausgaben den heimlichen Konsum verhinderten. Selbst berühmte Aufstände wie auf der Bounty standen im Zusammenhang mit gestrichenen Rum-Rationen.

Nelson selbst wurde während der Schlacht von Trafalgar von einer Musketenkugel getroffen und starb wenige Stunden, nachdem der Sieg gesichert war. Sein Leichnam wurde in einem Fass mit Brandy konserviert und nach England gebracht. Die Legende, dass Matrosen den Brandy später tranken, gilt allerdings als erfunden.

 

Trafalgar Day gedenkt dem Nationalhelden

Zum Trafalgar Day wird jährlich mit Portwein angestoßen – zunächst auf den Monarchen, dann auf Nelsons unsterbliches Andenken. Obwohl Marsala einst eng mit Nelson verbunden war, verschwand er im Laufe des 20. Jahrhunderts von den Festtafeln. Ein Beispiel: Beim Gedenk-Dinner 1958 wurden Sherry und Vintage Port serviert, aber kein Marsala.

Gründe dafür sind der Niedergang der Marsala-Industrie durch Reblaus, Kriege und wirtschaftliche Krisen. Heute erlebt der Marsala eine kleine Renaissance. Der britische „1805 Club“ regt an, ihn künftig wieder bei den Trafalgar Night Dinners neben dem traditionellen Portwein zu servieren – als Hommage an Nelson und die historische Verbindung zwischen Großbritannien und Sizilien.

 

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