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Der Brunello-Jahrgang 2021 ist vielleicht nicht ganz so einheitlich, wie sich manche euphorische Berichte lesen. Aber die Mehrheit der Weine ist höchst erfreulich ausgefallen. Und die besten sind fantastisch.

Die Vegetationsperiode des 2021er Jahrgangs begann in Montalcino mit einem Schreckmoment: eine Frostnacht vom 7. auf den 8. April sorgte vor allem in manchen tieferen Weinbergen für leichte bis mittlere Schäden, die sich am Ende in manchen Lagen in Ernteeinbußen bis zu 30 Prozent niederschlagen sollten. Es folgten Monate ohne Niederschlag, aber auch ohne große Temperaturextreme, so dass sich die Trauben gut und weitgehend gesund entwickeln konnten, bis Ende Juli sowie noch einmal Ende August kurze Regenfälle für etwas Entspannung sorgten. Auch der September war ruhig und trocken, mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Das Ergebnis war eine unaufgeregte Lese von Trauben in überwiegend perfektem Zustand.

Die besten Weine des Jahrgangs überraschen mit einer Frische und Präzision, wie man sie im Süden der Toskana heute nicht mehr oft erlebt. So mancher erstklassige Brunello wirkt jung schon trügerisch zugänglich, doch die Weine besitzen bei aller animierenden Art enorme Konzentration, Tiefe und festen Bau, die eine lange Entwicklungsfähigkeit auch da versprechen, wo man am liebsten gar nicht mehr warten würde.

Doch nicht alle 2021er Brunello besitzen diese Frische. Bei all der Freude über die vielen überaus gelungenen Weine des Jahrgangs darf man nicht vergessen, dass wir es dennoch mit einem sehr warmen und trockenen Witterungsverlauf zu tun haben.

Rund ein Drittel aller eingereichten Proben besitzt 15 Volumenprozent Alkohol und mehr. So sehr Sangiovese nicht zuletzt dank seiner natürlichen Säure auch mit höheren Alkoholgraden zurecht kommt: Früher oder später stößt auch er an seine Grenzen. Zwar sind unter den kraftvollsten Weinen des Jahrgangs einige der großartigsten, aber so mancher 2021er Brunello kommt eher schwerfällig, kompottig bis rosinig und alkoholisch daher – und das manchmal auch bei weniger als 15 Volumenprozent.

Auch bittere Tannine und fast schon ein wenig gezehrt wirkende Körper kommen vor. Das ist insbesondere angesichts der aufgerufenen Preise bisweilen mindestens enttäuschend, wenn nicht gar ärgerlich.

Das gilt noch mehr für die 2020er Riserve. Der Jahrgang ist ein ganzes Stück inhomogener als sein Nachfolger. Besonders bittere und zehrende Elemente werden durch den längeren Fassausbau zudem noch eher verstärkt als kaschiert. Konnten wie bei den 2021ern ganze drei Viertel mit Noten von 90 und mehr Punkten auszeichnen, sind es bei den aktuell probierten 2020ern nur zwei Drittel – und das, obwohl die meisten von ihnen teure Riserve oder Prestige-Abfüllungen sind.

Die besten unter ihnen verfügen jedoch über eine Dichte, Tiefe, Vielschichtigkeit und Struktur, die jeden Brunello-Fan begeistern müssen.

Verkostung Brunello di Montalcino Brunello di Montalcino 2021

Verkostung Brunello di Montalcino Brunello di Montalcino 2020

Verkostung Brunello di Montalcino Brunello di Montalcino ältere Jahrgänge

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