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Am 23.06 2010 brachte Wein-Plus den Artikel "Reich mit gefälschten Kultweinen!" inder Rubrik Reportagen.

Der ominöse Mr. X ist jetzt in Haft. Die Weinwelt hat eine Sorge weniger. Das Landesgericht Klagenfurt verurteilte eineinhalb Jahre nach unserer Anzeige jenen Betrüger, der reihenweise hochwertige, aber gefälschte Weine an gutgläubige Kunden verkaufte.

Am 22. September fand der Prozess gegen den österreichischen eBay-Verkäufer Herrn G. statt. Dieser verkaufte - wie mehrfach auf WineCollect und in diversen Medien, eben auch Wein-Plus berichtet - reihenweise Lafite Rothschild und Mouton Rothschild aus dem teuren Jahrgang 1982. Auch andere Weine und andere Jahrgänge (1945!) wurden gefälscht. Er kaufte meist auf eBay Originalflaschen der oben genannten Weine, allerdings aus den billigen und schwächeren Jahrgängen wie 1979, 1980, 1981, 1983, 1984 u.ä. Auf solche Weine klebte er dann die Etiketten mit dem Jahrgangsaufdruck 1982. Diese kann man ohne viel Aufwand bei eBay Frankreich zwischen 2.- und 10.- Euro ersteigern.

Der Kunde, der solche gefakten Flaschen kauft, bemerkt den Schwindel erst nach Abnehmen der Kapsel. Dann ist der Schock groß, wenn statt des 1982ers ein 1984er am Korken die Fälschung offenbart. Mit solchen Flaschen konnte dem Betrüger ein verursachter Schaden in der Höhe von erstaunlichen 30.000.- Euro nachgewiesen werden. Dass solche Summen von arglosen Weinliebhabern überwiesen wurden, erweckt bei mir nur Kopfschütteln!

Das Urteil nach einigen Stunden des Gerichtsverfahrens lautete auf schweren gewerbsmäßigen Betrug und 27 Monate Haft, davon 9 Monate unbedingt, 18 Monate auf Bewährung. Das war allerdings erst die strafrechtliche Verurteilung, und Kunden, die ihr Geld zurückfordern, müssen nun auf das zivilrechtliche Verfahren warten. Dabei werden sich Käufer aus Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz einfinden, um wenigstens einen Teil des gezahlten Geldes zurück zu verlangen. Die Chancen auf Wiedergutmachung stehen allerdings sehr schlecht, da der Verurteilte keine materiellen Werte besitzt - außer ein paar Flaschen gefälschter Weine vermutlich. Nach eigenen Angaben wurde das Geld verwendet um die Spielsucht des Betrügers zu befriedigen.

Wer günstige Kultweine kaufen will, sollte sich immer fragen, warum rare Weine billig angeboten werden!

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