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Inzwischen sieht das Bild dann doch ganz anders aus. Heute finden wir eine Vielzahl spannender, saftiger, charakterstarker Kabinette, die sich trotz Substanz und Ausdruckskraft ihre Filigranität bewahrt haben. Sie lassen sich zwar weiterhin anstrengungslos nebenher trinken, doch längst sind sie nicht mehr nur auf Nebenrollen abonniert. Über die Tiefe und Komplexität höherer Prädikate verfügen sie fast zwangsläufig nur sehr selten (weshalb wir uns dem Höchstbewertungskarneval mancher Kollegen auch nicht anschließen wollen), das tut dem Vergnügen, das sie bereiten, jedoch keinerlei Abbruch - und das ist wömöglich größer denn je. Weltweit einzigartig sind Weine dieses Stils ohnehin.
Die höheren süßen und edelsüßen Prädikate scheinen dagegen in der öffentlichen Aufmerksamkeit ein wenig ins Hintertreffen geraten zu sein. Dabei ist gerade 2018 wieder ein erstklassiges Jahr vor allem für Hochprädikate, die bei den guten Produzenten heuer gleichzeitig extrem konzentriert und brillant reintönig ausgefallen sind. Dessertwein-Fans sollten sich also auf jeden Fall einen Vorrat an 18ern anlegen.
Fast 600 süße und edelsüße Weine verschiedener Rebsorten haben wir im letzten Jahr aus Deutschland probiert. Für dieses Best Of haben wir alle Weine ab 20 Gramm Restzucker berücksichtigt, weshalb sich auch Abfüllungen unter dem etwas unpräzisen Begriff “feinherb” (im Folgenden mit “fh” abgekürzt) in unserer Liste finden, die es wie immer auch als PDF gibt. Links zu allen verkosteten Weinen finden Sie, wenn Sie auf die Überschriften klicken.
Alle Weine sind Rieslinge, wenn nicht anders angegeben.