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Mit Beginn der Sommerferien warnt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vor einer Einschleppung des Japankäfers (Popillia japonica) nach Deutschland. Reisende sollten vor allem aus Norditalien oder der Südschweiz keine Pflanzen, Erde, Samen oder Rollrasen mitbringen und zudem Koffer, Auto sowie Campingausrüstung vor der Heimreise sorgfältig kontrollieren. Der Käfer könne unbemerkt als „blinder Passagier“ mitreisen und stellt eine große Gefahr für den Weinbau dar.

Wie gravierend die Folgen eines Befalls sein können, zeigt sich seit Jahren in Norditalien. Nachdem der Japankäfer 2014 erstmals im Parco del Ticino zwischen der Lombardei und dem Piemont nachgewiesen wurde, hat er sich unter anderem im Piemont und seit 2022 auch im Aostatal ausgebreitet. Besonders betroffen sind dort Weinbaugebiete rund um Donnas und Pont-Saint-Martin. Winzer berichten von kahlgefressenen Rebstöcken, ungeschützten Trauben mit Sonnenbrandschäden und erheblichen Ertragseinbußen. Die Kombination aus Trockenheit und massivem Blattfraß setzt den Reben zusätzlich zu.

Auch das Ausmaß der Ausbreitung bereitet den Behörden Sorgen. Nach Angaben der italienischen Pflanzenschutzdienste hat sich die Zahl der in Monitoringfallen gefangenen Käfer innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Allein in einem Überwachungsgebiet stieg die Zahl der registrierten Exemplare von rund 500 auf mehr als 26.000. Trotz eines umfangreichen Netzes aus Lock- und Monitoringfallen gelten diese Maßnahmen vor allem der Eindämmung – eine vollständige Tilgung des Schädlings ist in größeren Befallsgebieten kaum noch möglich.

Der Japankäfer ist nur acht bis elf Millimeter groß, gilt jedoch als einer der bedeutendsten invasiven Pflanzenschädlinge. Seine Larven fressen im Boden an Wurzeln, während die ausgewachsenen Käfer Blätter, Blüten und Früchte von mehr als 300 Pflanzenarten schädigen. Typisch ist der sogenannte Skelettierfraß, bei dem nur die Blattadern stehen bleiben. Zu den wichtigsten Wirtspflanzen zählen unter anderem Weinreben, Apfel- und Birnbäume, Steinobst, Beeren, Mais, Spargel, Ahorn und Rosen.

Deutschland ist bislang weitgehend frei vom Japankäfer. Einzelne Verdachtsfälle können dem jeweiligen Pflanzenschutzdienst der Bundesländer gemeldet werden – möglichst mit einem Foto oder einem sicher verpackten Käfer. Der Japankäfer ist als EU-Quarantäneschädling eingestuft und zählt zu den prioritären Schadorganismen, deren Einschleppung und Ausbreitung in Europa verhindert werden soll.

(ru – Bild: Wikipedia)

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