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Der britische Staatsbürger James Wellesley ist in New York wegen Fine-Wine-Betrugs zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, wie das US-Justizministerium meldet. Er hatte sich bereits im Oktober 2025 schuldig bekannt, mit vorgeblichen Investitionen in Spitzenweine weltweit mehr als 140 Personen um fast 100 Millionen US-Dollar betrogen zu haben (wein.plus berichtete).
Wellesley gab sich zwischen 2017 und 2019 als leitender Händler der 2010 gegründeten Firma „Bordeaux Cellars“ aus. Mit dieser Legende warben er und sein Kompagnon Stephen Burton weltweit Investoren an. Sie behaupteten, kurzfristige Darlehen für Weinsammler zu vermitteln, die vollständig durch deren hochwertige Weinkollektionen abgesichert seien. Sie versprachen den Anlegern regelmäßige Zinszahlungen der Kreditnehmer und erklärten, Bordeaux Cellars werde die Weine während der Laufzeit der Kredite verwahren und damit die Darlehen absichern.
Allerdings existierten weder die Weinsammler noch die als Sicherheit dienenden Weine. Stattdessen verwendeten Wellesley und Burton neu eingehende Investorengelder, um vorgebliche Zinszahlungen an frühere Investoren zu leisten und persönliche Ausgaben zu finanzieren. Von den mehr als 97 Millionen US-Dollar (82 Millionen Euro), die sie von den Opfern bekamen, zahlte Bordeaux Cellars lediglich rund 12 Millionen Euro zurück, bevor das Schneeball-System zusammenbrach. Dadurch entstanden Verluste von über 70,5 Millionen Euro. Burton hatte sich im Oktober 2025 bereit erklärt, rund 22 Millionen Euro aus dem Betrug zurückzuzahlen. Von Wellesley konfiszierte das Gericht rund 850.000 Euro und seine gesamte Weinsammlung. Der Staatsanwalt sagte bei der Bekanntgabe des Strafmaßes: „Anders als ein guter Wein, der mit der Zeit besser wird, wird der Angeklagte Jahre im Gefängnis verbringen, um über seine betrügerischen Taten nachzudenken.“
(al; Bild: 123rf)
Erkennen von Weinfälschungen: Alles echt – außer dem Wein