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Die schweren Waldbrände in Frankreich haben in den vergangenen Tagen auch zahlreiche Weinbauregionen erreicht. Besonders betroffen ist der Süden des Landes, vor allem das Département Pyrénées-Orientales an der Grenze zu Spanien. Dort wurden inzwischen rund 4.900 Hektar Vegetation zerstört, rund 10.000 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen. Während Weinberge grundsätzlich als natürliche Brandbarrieren gelten, wurden zahlreiche Rebflächen dennoch von den Flammen erfasst.
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer sind dort sämtliche landwirtschaftlichen Sparten betroffen – vom Weinbau über den Obstbau bis zur Viehzucht. Rund 300 Betriebe könnten Schäden erlitten haben. In der Gemeinde Tarerach sei der Weinbau teilweise verwüstet worden. Neben den direkten Brandschäden bereiten zerstörte Bewässerungsanlagen und Pumpstationen Sorgen. Die Landwirtschaftskammer spricht von „kolossalen“ Folgen und fordert staatliche Soforthilfen.
Viele Winzer können das Ausmaß der Schäden bislang noch nicht vollständig erfassen, weil einzelne Gebiete aus Sicherheitsgründen weiterhin gesperrt sind. Andere berichten bereits von erheblichen Verlusten. So wurden auf einem Weingut in Montalba-le-Château rund 90 Prozent der neun Hektar Rebfläche zerstört. Besonders schmerzhaft sei der Verlust alter Rebanlagen, die über Jahrzehnte gepflegt wurden und sich nicht kurzfristig ersetzen ließen. Zudem drohen indirekte Folgen durch Rauch sowie Schäden an Kellern und Infrastruktur infolge von Stromausfällen.
Auch in anderen Weinregionen Frankreichs haben Brände Schäden verursacht. Im Département Loire wurde Anfang Juli bei Saint-Michel-sur-Rhône durch ein mutmaßlich von Feuerwerkskörpern ausgelöstes Feuer nahezu eine halbe Hektar große Marsanne-Parzelle vernichtet. Von rund 4.000 Rebstöcken blieben nur etwa 100 weitgehend verschont. Die Winzer rechnen nicht nur mit Ernteausfällen, sondern auch mit langfristigen Schäden an den Reben und notwendigen Neuanpflanzungen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts fahrlässiger Brandstiftung.
Aus Burgund wurden in den vergangenen Tagen kleinere Brandereignisse in Weinbergen gemeldet. Im Vergleich zum Süden Frankreichs blieben die Schäden dort bislang jedoch deutlich begrenzter. Insgesamt wächst in den französischen Weinregionen die Sorge, dass die Kombination aus extremer Hitze, Trockenheit und zunehmenden Vegetationsbränden künftig häufiger zu erheblichen Verlusten führen könnte.
(ru – Bild: 123rf)
Europas Winzer besonders vom Klimawandel betroffen