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Das argentinische Weingut Bodegas Norton – eines der größten des Landes – ist insolvent. Das berichtet das Weinmagazin Wine-Searcher unter Berufung auf argentinische Medien. Die Schulden betragen rund 38 Millionen Euro und umfassen auch unbezahlte Löhne, Lieferantenrechnungen und internationale Verbindlichkeiten. Alleine die Forderungen des ehemaligen Geschäftsführers Michael Halstrick bewegen sich je nach Quelle zwischen 530.000 und zwölf Millionen Euro.
Halstrick war der Stiefsohn des früheren geschäftsführenden Gesellschafters des weltweit aktiven österreichischen Kristall-Konzerns Swarowski, Gernot Langes-Swarowski, der das Weingut 1989 kaufte. Nach dessen Tod 2021 ging das Unternehmen auf seine Kinder Diana und Markus über. Bodegas Norton wird von einer Privatstiftung verwaltet, die zu 60 Prozent Diana Langes-Swarowski und zu 40 Prozent ihrem Stiefbruder Michael Halstrick gehört. Dieses Ungleichgewicht soll laut Halstrick dazu geführt haben, dass er 2023 gezwungen wurde, das Unternehmen nach über 30 Jahren in der Leitung zu verlassen. Er erklärte, dass seine Geschwister versucht hätten, die vollständige Kontrolle zu übernehmen und Bodegas Norton „ausgeplündert“ zu haben. Die Schulden hätten 2023 erst zwölf Millionen Euro betragen. Unter der Leitung seiner Schwester seien sie in weniger als zwei Jahren auf über 38 Millionen Euro angestiegen. Unter den Gläubigern ist auch der Ehemann von Diana Langes-Swarowski, der US-spanische Geschäftsmann Joaquín Fernández de Córdova Hohenlohe. Ihr gemeinsamer Sohn ist Präsident des Verwaltungsrats von Norton.
Allerdings sei die finanzielle Notlage von Norton nicht nur auf die familiären Streitigkeiten zurückführen, wie argentinische Medien berichten. Das Weingut leide so wie die gesamte Branche auch unter den strukturellen Problemen der argentinischen Weinwirtschaft: Sinkender Weinkonsum im Inland, schwächere Exporte, hohe Inflation und stark gestiegene Produktionskosten.
(al; Bild: Bodega Norton)