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Moderater Weinkonsum ist nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden, an Krebs zu sterben. Das ist das Ergebnis einer US-Studie von Forschern der Weill Cornell Medicine in New York. Für die Untersuchung analysierte das Forschungsteam die Daten von 26.694 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Langzeitstudie „Reasons for Geographic And Racial Differences in Stroke“ (Regards). Finanziert wird diese vom US-amerikanischen National Institute of Health (NIH). Die Probanden wurden über durchschnittlich 13,3 Jahre beobachtet, bei einem Teil der Teilnehmer sogar über mehr als 20 Jahre. Die Untersuchung wurde im Mai 2026 im Fachjournal Journal of General Internal Medicine veröffentlicht.
Als moderater Alkoholkonsum galten in der Studie vier bis sieben alkoholische Getränke pro Woche bei Frauen und vier bis 14 Getränke pro Woche bei Männern. Im Vergleich zu Abstinenzlern zeigte diese Gruppe kein erhöhtes Risiko, an Krebs zu sterben.
„Wir hatten erwartet, ein höheres Risiko für Krebstodesfälle bei moderaten Konsumenten zu beobachten“, sagte Studienleiterin Dr. Laura Pinheiro, außerordentliche Professorin für Gesundheitsforschung an der Weill Cornell Medicine. „Es war überraschend, dass wir keinen signifikanten Zusammenhang zwischen moderatem Alkoholkonsum und Krebssterblichkeit festgestellt haben.“
Die Analyse ergab zudem, dass Menschen mit geringem Alkoholkonsum – definiert als höchstens drei Getränke pro Woche – ein niedrigeres Risiko aufwiesen, an Krebs zu sterben, als Personen, die keinen Alkohol tranken. Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass unter den Abstinenzlern Menschen sein könnten, die aufgrund bestehender gesundheitlicher Probleme auf Alkohol verzichtet haben.
Ein deutlich erhöhtes Risiko zeigte sich dagegen bei starkem Alkoholkonsum. Frauen mit mindestens acht Getränken pro Woche und Männer mit mindestens 15 Getränken pro Woche hatten ein um etwa 57 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu sterben, als moderate Konsumenten. Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen.
Zudem lagen keine Informationen zu Krebsart, Krankheitsstadium, Behandlung oder Vorsorgeuntersuchungen der Verstorbenen vor. Die Epidemiologin Dr. Erikka Loftfield vom Queensland Institute of Medical Research Berghofer in Australien bezeichnete dies als wichtige Einschränkung, vor allem im Hinblick auf alkoholassoziierte Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs.
Nach Ansicht der Forscher unterstreichen die Ergebnisse, dass Krebsprävention nicht auf einzelne Verhaltensweisen reduziert werden sollte. Vielmehr sei das Risiko für Krebserkrankungen und Krebstodesfälle das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Rauchen und allgemeiner Lebensgewohnheiten.
(ru – Bild: 123rf)
Präventionsexperte: Moderater Weingenuss besser als Abstinenz