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Der italienische Önologe Franco Bernabei ist im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Der aus Abano Terme (Padua) stammende Bernabei galt als einer der Wegbereiter der qualitativen Erneuerung des italienischen Weinbaus und als herausragender Interpret der Rebsorte Sangiovese.
Nach einem Agrarstudium in Padua und dem Abschluss als Önologe begann Bernabei seine Laufbahn beim Weingut Ruffino. Später machte er sich als Berater selbstständig und konzentrierte sich auf die Toskana, wo er über Jahrzehnte sehr viele Spitzenweingüter begleitete. Dabei verfolgte er das Ziel, das Potenzial autochthoner Rebsorten und ihrer Herkunftsgebiete herauszuarbeiten.
Zu den bekanntesten Weinen, die eng mit seinem Namen verbunden sind, zählen der Bucerchiale der Fattoria di Selvapiana, der Flaccianello della Pieve von Fontodi sowie der Fontalloro von Fèlsina. Diese Weine stehen beispielhaft für Bernabeis Philosophie, Terroir, Rebsorte und den Charakter eines Weinguts unverfälscht zum Ausdruck zu bringen.
1993 gründete Bernabei gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela das Beratungsunternehmen Enoproject in Greve in Chianti, das heute von den Söhnen Marco und Matteo geführt wird. Im Jahr 2000 wurde er mit dem „Oscar del Vino“ des italienischen Sommelierverbands AIS ausgezeichnet. Während seiner Karriere beriet er mehr als 30 Weingüter und zählte zu den einflussreichsten Önologen des Landes.
Der italienische Önologenverband Assoenologi würdigte Bernabei als eine Schlüsselfigur der Qualitätsentwicklung des italienischen Weinbaus. Seine fachliche Kompetenz, sein Innovationsgeist und sein Respekt vor den jeweiligen Anbaugebieten hätten Generationen von Önologen geprägt.
(ru – Bild: Bernabei)