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Auf der Fachmesse Sitevi in Montpellier wurden mehrere Alternativen zu teuren neuen Holzfässern vorgestellt. Wie das Branchenmagazin Vitisphere berichtet, nutzen die Fasshersteller dafür bisher aussortiertes Holz, bereiten gebrauchte Fässer auf und optimieren die Verarbeitung. So können sie Fässer aus hochwertigem Holz für deutlich weniger Geld als die 700 Euro anbieten, die günstige neue Barriques inzwischen mindestens kosten. Für Standard- und Premiumfässer liegen die Preise derzeit zwischen 1.000 und 1.400 Euro.
Ein aufbereitetes Barrique, bei dem einige Millimeter Holz abgeschliffen und das Fass neu gebrannt wird, kostet nur rund 320 Euro. Die Firma Vicard setzt qualitativ hochwertige aber zu schmale Hölzer zu Standarddauben zusammen. So nutzt sie drei Prozent mehr des verfügbaren Holzes. Mit Hilfe der Laserschneide-Technologie verwendet sie auch Holz aus dem oberen Teil der Eiche. Solche Fässer kosten ebenfalls unter 700 Euro.
Immer mehr Fassbindereien nutzen Hölzer mit optischen oder ästhetischen Mängeln, die bisher aussortiert wurden, obwohl sie die gleichen chemischen Eigenschaften besitzen. Bei großen Behältern wird das so genannte „Zigzag-Holz“ im unteren Teil verbaut, was eine Preisersparnis von 15 bis 20 Prozent bringt. Nach drei Jahren Forschung und Entwicklung wurden vor kurzem Fässer vorgestellt, die aus mechanisch zusammengefügten zweischichtigen Dauben bestehen. So können 40 Prozent des verfügbaren Eichenholzes statt der üblichen 15 bis 20 Prozent benutzt werden. Solche Barriques sind ebenfalls sehr günstig zu haben. Die Perfektionierung der Verarbeitung und der verwendeten Materialien wie optimierte Holzlängen, kleinere Zubehörteile und weniger Metall machen Kostenreduktionen von bis zu 20 Prozent möglich.
Die Fassmacherbranche („Tonnellerie“) in Frankreich kämpft mit deutlichen Absatzrückgängen. Die Preise für französisches Eichenholz haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht.
(al; Bild: Tonnellerie Sylvain)
Französische Fassmacher verkaufen 15 Prozent weniger
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