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Die Domaine Lafage aus dem Roussilon übernimmt die hoch verschuldete Winzergenossenschaft Groupement Interproducteurs Collioure Banyuls (GICB) im Süden Frankreichs. Das Gericht in Perpignan hat dem Angebot des Familienweinguts vor wenigen Tagen zugestimmt, berichten mehrere französische Medien. Der neue Eigentümer will den Betrieb unter dem Namen „Terrasses Vermeilles“ weiterführen.
Die GICB steht für rund 60 Prozent der Weine der AOPs Banyuls und Collioure. Etwa 500 Traubenerzeuger bewirtschaften rund 500 Hektar, überwiegend steile Terrassenlagen an der Côte Vermeille. Seit März 2026 befand sich die Genossenschaft wegen Schulden von rund 20 Millionen Euro in einem Sanierungsverfahren. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die Probleme hatten sich über Jahre verschärft: Sinkende Verkäufe von Süß- und Rotweinen, Trockenheit, geringe Erträge und steigende Produktionskosten belasteten die Genossenschaft. Zugleich sank die Produktion von rund 23.000 Hektolitern im Jahr 2011 auf zuletzt etwa 9.000 bis 10.000 Hektoliter. Der Umsatz brach im selben Zeitraum von 25 Millionen auf rund zehn Millionen Euro ein.
Jean-Marc Lafage will vor der anstehenden Lese zunächst keine größeren Veränderungen vornehmen. Nach einer Beobachtungsphase sollen die Erzeuger höhere Traubenpreise erhalten, die zudem schneller ausgezahlt werden. Exklusive Lieferverträge sollen im Gegenzug die Versorgung des Unternehmens sichern und besonders jüngeren Winzern eine Perspektive bieten.
Von den zuletzt 135 Beschäftigten sollen nach Berichten französischer Medien etwa 80 Prozent übernommen werden. Auch die historischen Kellereien sowie bekannte Marken wie „Terres des Templiers“ und „Abbé Rous“ bleiben erhalten. Lafage hatte bereits zuvor einige Weine von Abbé Rous ins Ausland exportiert.
Die Übernahme verhindert die drohende Liquidation und sichert zunächst die Lese 2026. Ob „Terrasses Vermeilles“ langfristig erfolgreich sein wird, hängt vor allem von einer besseren Vermarktung und der höheren Auslastung der Produktionsanlagen ab.
(uka – Foto: GICB)