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Die Reblaus tritt in immer mehr europäischen Weinbaugebieten wieder auf, warnen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift SevenFifty. Besonders die blattfressenden Populationen breiten sich weltweit aus. Laut der österreichischen Forscherin Astrid Forneck wurden sie bereits in mehreren Weinbergen in Deutschland, Österreich und Norditalien beobachtet. Mittlerweile sind aber auch China, Japan, der Osten der USA und Teile Südamerikas betroffen. Ursprünglich ging man davon aus, dass die Weinreben der Vitis-Vinfera-Familie gegenüber den Blattfressern resistent seien. Forneck erklärt: „Wenn die blattfressenden Insekten keine Blätter finden, gehen sie direkt zu den Wurzeln, wo sie überwintern und in der folgenden Saison wieder auftauchen. Allein dadurch, dass man sie im Weinberg erkennt, könnte man schon viel erreichen. Aber viele Winzer können sie nicht einmal identifizieren. Daher ist dieser Schädling nur sehr schwer zu kontrollieren.“
Doch auch die wurzelbefallende Art breitet sich wieder aus. Bereits seit 2019 führt sie im US-Bundesstaat Washington zu Problemen. Dort waren die Reben nicht gepfropft, da man davon ausging, dass die sandigen Böden eine ausreichende Barriere darstellen. Auch in Australien mussten die Schutzzonen trotz strenger Quarantänebestimmungen ausgeweitet werden. Auf Teneriffa wurde die Reblaus 2025 erstmals entdeckt.
Grund für die Ausbreitung könnte unter anderem der Klimawandel sein, da höhere Temperaturen das Wanderverhalten der Insekten fördern. Ebenso tragen Pflanzmaterial aus Baumschulen sowie die zunehmende internationale Bewegung von Menschen, Pflanzen und Maschinen dazu bei. Aber auch die reduzierte Verwendung von Pestiziden könnte laut den Forschungsergebnissen unbeabsichtigt zu höheren Überlebensraten der Rebläuse führen. Gleichzeitig entwickeln sich australischen Forschern zufolge ständig neue Reblaus-Stämme, gegen die selbst bewährte amerikanische Unterlagsreben womöglich ihren Schutz verlieren.
(al; Bild: Wikimedia Commons)