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Uwe Kauss
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Die Prowein in Düsseldorf positioniert sich neu als europäische Wein-Leitmesse mit schärferem B2B-Fokus und deutlich verstärkter Abschluss-Orientierung. Bis 2025 war sie als weltweite Leitmesse ausgerichtet. „Unsere Weinbranche durchlebt eine Zeit der Disruption“, erklärte Frank Schind­ler, seit Ende 2025 Direktor der Messe, bei einem Pressegespräch in Frankfurt, „deshalb muss unsere Messe zu mehr Aufträgen und Umsätzen führen.“

Unter dem neuen Motto „Mehr Fokus. Mehr Nähe. Mehr Branche“ wollen Schind­ler und sein Team ab 2027 die Zahl der Aussteller auf 4.000 begrenzen. Um für sie die Attraktivität zu erhöhen, soll das überarbeitete „Hosted Buyer Program“ gezielt Einkäufer zur Prowein holen. Dabei legt Schind­ler den Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und Schweiz, die Benelux-Länder, Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa. Zudem will er „relevante Top-Importeure aus Asien, Afrika und den USA“ nach Düsseldorf bringen.

Auch für die von vielen Ausstellern geäußerten Kritikpunkte hat Frank Schind­ler neue Lösungen erarbeiten lassen. „Die Preise bleiben 2027 gleich, auch der übliche Inflationsausgleich entfällt“, verkündete er. Zudem würden für Importeure keine Zusatzkosten mehr für Mitaussteller erhoben.

„Mit der Begrenzung der Aussteller und dem strengen B2B-Fokus werden auch die Hotelpreise nicht mehr explodieren“, fügte Schind­ler hinzu. Seit 2019 seien in Düsseldorf über 10.000 Hotelbetten mehr im Angebot, die Auslastung habe 2025 bei nur noch 79 Prozent gelegen. Zudem stelle die Messe ein Kontingent von 400 Zimmern für 120 Euro pro Nacht bereit, das sich bei Bedarf erhöhen ließe. Zur Anreise stünden 2027 zudem zwei neue U-Bahn-Direktverbindungen von Bahnhof und Flughafen zur Verfügung.

Auch habe die Messe Düsseldorf ein deutlich verschärftes Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das etwa Diebstähle von Paletten unmöglich machen soll. Außerdem plant Schind­ler am Montag eine große Branchenparty auf dem Gelände mit bis zu 3.000 geladenen Gästen sowie deren Freunden und Geschäftspartnern.

Der nächste Termin vom 7. bis 9. März 2027 liegt eine Woche früher als bislang, um die Überschneidung mit der Gastronomie-Fachmesse Internorga in Hamburg zu vemeiden.

Die Neuausrichtung spiegele die Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit sinkenden Margen, rasant steigenden Produktionskosten, den massiven Folgen des Klimawandels sowie dem sinkenden Alkoholkonsum wider. Schind­ler resümierte, in der Branche gehe es weltweit „nicht mehr um Wachstum, sondern um Wertschöpfung“.

(uka)

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