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Die Rebschule Vivai Cooperativi Rauscedo (VCR) im Veneto und das Forschungsinstitut CREA haben in der vergangenen Woche sieben neue, krankheitsresistente Rebsorten vorgestellt, die sie aus Glera – der Hauptsorte des Prosecco – gezüchtet haben. Sie sollen die Produktion von Prosecco DOC und DOCG langfristig umweltfreundlicher und klimaresistenter machen. Vier Sorten stammen aus dem Züchtungsprogramm von VCR und könnten ab 2026 verfügbar sein, drei weitere wurden von CREA entwickelt und sollen ab Ende 2027 folgen.
Ein Hindernis zum Auspflanzen ist noch die derzeitige Gesetzeslage: Italien erlaubt als einziges EU-Land noch keine resistenten Sorten in Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOC/DOCG). Eine Überarbeitung der Regeln ist jedoch politisch angestoßen. Die neuen Sorten gelten als einsatzreif, ihre Nutzung hängt nur noch von der juristischen Freigabe ab.
Alle Sorten gehören zur Gruppe pilzwiderstandsfähiger Reben (Piwi) und sind besonders resistent gegen Peronospora und Oidium. Dadurch lässt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren, was die Umwelt schont und die Biodiversität verbessert. Gleichzeitig erfüllen sie die Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Weinen und bieten unterschiedliche önologische Profile, etwa in Bezug auf Säure, Frische und Aromatik. Die Züchter von VCR betonen ausdrücklich, dass diese Reben keine Alternative, sondern eine Weiterentwicklung der Glera seien, um die Typizität und Qualität des Prosecco zu erhalten.
(ru – Bild: Gheusis)