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Die „Power 100"-Liste der globalen Weinhandelsplattform Liv-ex mit den der wichtigsten Spitzenweinen am Sekundärmarkt zeigt, dass nachvollziehbare Preispolitik belohnt wird. 2025 verzeichneten 35 Weine steigende Preise. Im Jahr zuvor waren es nur elf. Weine mit angemessenen Preisen, häufigem Handel und starker Reputation erwiesen sich am attraktivsten für Käufer.
Auch Platz eins steht Château Cheval Blanc aus Bordeaux, das sich um neun Ränge verbesserte. Das Pomerol-Château La Conseillante stieg sogar um 89 Plätze aufwärts. Château Haut-Brion ist der einzige Premier Cru aus Bordeaux unter den Top Ten. Dafür war aber nicht der Grand Vin verantwortlich, sondern der Blanc, dessen Preis um über zehn Prozent gestiegen ist. Einen steilen Aufstieg um 49 Plätze auf Rang fünf legte auch Château Rayas aus Châteauneuf-du-Pape hin. Nach dem Tod des Besitzers Emmanuel Reynaud Ende November zog die Nachfrage und damit der Preis extrem stark an.
Die Tenuta San Guido (Sassicaia, Guidalberto und Le Difese) verbesserte sich von Platz drei auf Platz zwei. Im Durchschnitt stiegen die Preise dieses Weinguts um 4,5 Prozent. Chianti und Brunello schnitten schlechter ab als Super-Tuscans wie Ornellaia, Masseto und Tignanello. Dies dürfte vor allem auf den Rückzug von US-Käufern zurückzuführen sein. Von diesem ist auch der Vorjahressieger Vega Sicilia betroffen, der auf Rang 16 zurückfiel.
Burgund verzeichnete die größte Fluktuation aller Regionen: Neun Weine wurden neu in die Liste aufgenommen, aber zehn fielen heraus. Die meisten Aufsteiger kosten derzeit unter 200 Euro pro Flasche. Mit zwei Neueinsteigern (Selosse, Salon) stellte die Champagne das bisherige Rekordergebnis von neun Marken aus dem Jahr 2022 ein. Bestplatzierter Kalifornier ist Opus One auf Platz neun. In der Schlussfolgerung von Liv-ex heißt es: „Der Handel reduziert nicht nur überhöhte Preise – er reagiert auch schnell auf attraktive Angebote. Die Weine, die sich am besten entwickelten und neu in die Rangliste ein- oder aufgestiegen sind, bieten tendenziell hohe Qualität zu erschwinglicheren Preisen.“
(al; Bild: wikimedia commons)
Fine-Wine-Handel zeigt weiter positive Entwicklung