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Kork ist seit dem 1. September von den US-Zöllen auf EU-Produkte ausgenommen. Das berichtet die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Durch die Einstufung von Kork als in den USA „nicht verfügbares Naturprodukt“ entfällt der Zoll von 15 Prozent, den die Trump-Regierung seit dem 7. August auf die meisten Waren aus der EU erhebt. Kork erhält damit denselben Status wie Flugzeuge und Medikamente. Der Zoll auf Wein bleibt dagegen bestehen.
Die Ausnahmeregelung konnte laut AP durch Lobbyarbeit auf beiden Seiten des Atlantiks durchgesetzt werden. In den USA engagierten sich besonders der nationale Branchenverband Natural Cork Council und der kalifornische Weinbauverband. Auf europäischer Seite waren vor allem portugiesische Diplomaten aktiv. Portugal produziert etwa die Hälfte des weltweit gehandelten Korks und war besonders stark von den US-Zöllen betroffen.
Nach Frankreich sind die USA weltweit der zweitgrößte Abnehmer von Kork aus Portugal. Obwohl in Kalifornien ein ähnliches Klima wie am Mittelmeer herrscht, gibt es dort keine Korkindustrie. Nach Angaben des Natural Cork Council importierten die USA 2023 Kork im Wert von rund 240 Millionen Dollar aus Portugal. Über 70 Prozent davon waren Verschlüsse für Wein-, Spirituosen- und Olivenöl-Flaschen.
Ob die Zölle auf andere EU-Produkte weiterhin Bestand haben, ist derzeit nicht klar. Ende August stellte ein US-Bundesgericht ihre Rechtmäßigkeit in Frage. Die Entscheidung des angerufenen Supreme Court steht noch aus.
(cs)