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Der Klimawandel könnte die Landkarte des kalifornischen Weinbaus deutlich verändern. Vor allem Napa und Sonoma drohen bis Ende des Jahrhunderts erheblich an klimatischer Eignung für Reben zu verlieren. Dagegen könnten kühlere Küstenregionen wie Mendocino und Monterey profitieren. Das zeigt eine Studie der japanischen Tohoku University, die im Fachjournal „Frontiers in Climate“ veröffentlicht wurde.
Die Forscher kombinierten Klimamodelle mit Daten zu 379 Weinbergsstandorten und berücksichtigten neben Temperatur und Niederschlag auch die Wetterbedingungen für Waldbrände. Besonders stark wirkt demnach die Erwärmung während der Vegetationsperiode. Bei weiterhin hohen Treibhausgasemissionen könnte es in den heutigen Weinbaugebieten Kaliforniens zwischen 2070 und 2099 deutlich wärmer werden. Während der Vegetationsperiode würde sich wesentlich mehr Wärme ansammeln, zugleich könnten die niedrigsten Wintertemperaturen um vier bis fünf Grad steigen. Für Napa und Sonoma bedeutet das: Das Klima könnte dort für viele der heute angebauten Rebsorten zu warm werden.
Mendocino und Monterey schneiden vergleichsweise gut ab: Dort könnte die Eignung für den Weinbau steigen, während die Zahl der Tage mit besonders hoher Waldbrandgefahr sinkt. In vielen anderen künftig geeigneten Gebieten nimmt dagegen zugleich das Feuerrisiko zu.
Auch die Rebsorte könnte für die Anpassung wichtiger werden. Die Modellrechnung für Sonoma deutet darauf hin, dass Chardonnay in Jahren mit geringer Brandgefahr besser bewertet wird, während Pinot Noir seine Qualität bei höherem Feuerrisiko eher behauptet. Die ermittelten Unterschiede seien jedoch klein.
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse keine konkrete Vorhersage einzelner Brände darstellen. Das Modell berücksichtigt weder Zündquellen und Feuerverläufe noch mögliche Rauchschäden. Auch Anpassungsstrategien der Weingüter wurden nicht eingerechnet.
(ru – Bild: 123rf)
Cabernet Sauvignon trotzt Klimawandel besser als Chardonnay