wein.plus
ACHTUNG
Sie nutzen einen veralteten Browser und einige Bereiche arbeiten nicht wie erwartet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Anmelden Mitglied werden

Der spanische Professor Martínez de Toda berichtet im Vitis Journal of Grapevine Research von einer Technik, mit der sich in sehr warmen Weinbauregionen die Traubenreife verzögern und in eine kühlere Zeit verschieben lässt.

Die Technik ermögliche zudem zwei Traubenernten im Jahr. Weiter berichtet der Forscher der Universität von Rioja, dass die Zusammensetzung der Trauben aus der zweiten Ernte deutlich besser sei als die der ersten Ernte. So erbrächte die spätere Ernte kleinere Trauben und Beeren mit niedrigerem pH-Wert, höherer Säure und einem höherem Gehalt an Anthocyanen.

Martínez de Toda forscht seit einigen Jahren nach Möglichkeiten, mittels gezieltem Trieb-Rückschnitt die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. In bisherigen Versuchen wurden dabei jeweils die Trauben des Haupttriebes entfernt, was zu einer stark reduzierten Erntemenge führte. Im aktuell beschriebenen Versuch wird der Haupttrieb erst über dem sechsten Nodium eingekürzt und die Trauben bleiben erhalten. Durch die Brechung der Apikaldominanz wird an den ein bis zwei obersten Nodien ein zügiges Seitentriebwachstum forciert. Die Seitentriebe bilden ihrerseits Früchte. Im Versuch reiften die Trauben des Haupttriebes etwa 13 bis 15 Tage später und die Trauben der Seitentriebe etwa 35 bis 57 Tage später als die der unbeschnittenen Kontroll-Pflanzen. Mengenmäßig betrug die zweite Ernte etwa 30 Prozent der Haupternte. Der Rückschnitt der Triebe erfolgte zum Ende der Blüte. Durchgeführt wurde der zweijährige Feldversuch mit Reben der Sorten Garnacha, Tempranillo und Maturana tinta in zweiarmiger Kordonerziehung. Obwohl längerfristige Studien erforderlich sind, deutet alles darauf hin, dass die Trauben dieser Doppelkultur gut ausreifen und auch genügend Kohlenhydratreserven für das Folgejahr gebildet werden können.

Veranstaltungen in Ihrer Nähe