|
Die Pommery-Gruppe, Nummer drei der Champagnerhäuser, verhandelt mit dem deutschen Konzern Henkell Freixenet über eine Übernahme. Das meldet das Branchenmagazin Vitisphere. Henkell, weltweiter Marktführer für Schaumweine, könnte als Mehrheitsaktionär einsteigen. Wie Pommery mitteilte, werden „für einen Zeitraum von zwei Monaten exklusive Verhandlungen mit Henkell International über ein strategisches Zusammenschlussprojekt“ geführt. Die Gespräche sind aber von der Unternehmensanalyse („Due Diligence“), der Einigung über die Vertragsbedingungen sowie von behördlichen Genehmigungen abhängig. Es gebe derzeit „keine Garantie, dass die laufenden Verhandlungen zu einer Transaktion führen werden“. Die für 4. Juni angesetzte Hauptversammlung von Pommery wurde aber bereits auf den 30. Juni verschoben.
Maison Pommery befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten (wein.plus berichtete). Die Schulden beliefen sich Ende 2025 auf 754 Millionen Euro. Erst im September des Vorjahres wurde die Marke Heidsieck & Co Monopole für 50 Millionen Euro an den Mitbewerber Lanson verkauft. Zur Gruppe gehören neben den Champagnermarken Pommery, Vranken, Maison Pompadour und Charles Lafitte auch Weingüter in Frankreich und Portugal sowie die britische Schaumweinmarke Louis Pommery.
Die deutsche Gruppe Henkell Freixenet ist Teil des Lebensmittelkonzerns Dr. Oetker. Zu ihr gehören die Marktführer bei Prosecco und Cava, Mionetto und Freixenet. In der Champagne besitzt sie das Haus Alfred Gratien, die Crémant-Marke Gratien & Meyer und das Bordeaux-Handelshaus Yvon Mau. Im Vorjahr gab es Spekulationen über eine Übernahme der Champagnermarke Mumm vom Getränkekonzern Pernod Ricard.
(al; Bild: Pommery, AI)
Weltweite Nachfrage nach Schaumweinen wächst
Champagnerhaus Pommery mit finanziellen Problemen
Champagner-Verkauf auf niedrigstem Stand seit 2001