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Das Julius-Kühn-Institut (JKI) hat erstmals das Auftreten der gefährlichen Rebenkrankheit Flavescence dorée in einem deutschen Weinbaugebiet bestätigt. Der Krankheitserreger wurde in Proben aus den Landkreisen Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und dem Ortenaukreis nachgewiesen. Die Infektion ist meldepflichtig und stellt ein erhebliches Risiko für den Weinbau dar.
Besonders brisant ist der gleichzeitige Nachweis der Amerikanischen Rebzikade. Das aus Nordamerika stammende Insekt überträgt die Bakterien, die die Krankheit auslösen. Die Zikade war bereits 2024 im Markgräflerland entdeckt worden. Da Krankheitserreger und Überträgerinsekt nun erstmals gemeinsam auftreten, besteht die Gefahr einer lokalen Weiterverbreitung.
Zur Eindämmung der Goldgelben Vergilbung sollen befallene Rebstöcke und Unterlagenflächen unverzüglich gerodet sowie Zikadenbestände bekämpft werden. Verwilderte Unterlagsreben gelten ebenfalls als Risiko, da sich die Insekten und Erreger dort ohne Beeinträchtigungen vermehren können.
Die Bakterien verursachen Vergilbungen, Wachstumsstörungen und Ertragsausfälle; betroffene Rebstöcke sind nicht mehr für die Weinproduktion geeignet. In mehreren europäischen Ländern führt die Krankheit bereits seit Jahren zu erheblichen Schäden. Hinweise des JKI deuten darauf hin, dass die Bakterien möglicherweise über infiziertes Pflanzenmaterial eingeschleppt wurden. Ob die Rebzikade den Erreger bereits weiterverbreitet hat, ist noch unklar.
Am 20. November haben sich Fachleute aus Pflanzenschutzdiensten, Rebenzüchtung, Pflanzenproduktion sowie Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu einem Fachgespräch am JKI-Standort Siebeldingen getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
(ru – Bild: JKI)