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Die Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung (flavescence dorée) breitet sich in Frankreich weiter aus. Sie führt zu Vergilbungen, Wachstumsstörungen und Ertragsausfällen. Befallene Rebstöcke sind nicht mehr für die Weinproduktion geeignet und müssen gerodet werden. Laut Berichten des Branchenmagazins Vitisphere trat die Krankheit 2025 bereits in 42 Gemeinden der Champagne erstmals auf. Es wurden über 10.000 Rebstöcke positiv getestet, im Jahr zuvor waren es 10.500. Insgesamt sind nun 66 Gemeinden betroffen, gegenüber 27 im Jahr 2024. Mittlerweile sind laut Branchenverband Comité Champagne alle Weinbaugemeinden in die Überwachung der Krankheit eingebunden, die von der Amerikanischen Rebzikade übertragen wird.
Die Insekten verbreiten sich durch ihre Flüge oder durch Pflanzenreste auf Rebschnitt- und Entlaubungsmaschinen. Chardonnay, eine der wichtigsten Sorten des Gebiets, gilt als besonders anfällig. Daher hat das Comité Champagne im Jahr 2024 eine operative Einheit eingerichtet, um den Kampf gegen die Rebzikade zu koordinieren. Ziel sei es, dass keine einzige Parzelle länger als zwei Jahre ohne Überwachung bleibe. Da die Begehungen sehr zeitaufwendig sind, arbeitet das Comité Champagne gemeinsam mit der Universität Reims an einem automatisierten System zur Erkennung von Krankheiten.
Die Krankheit betrifft zunehmend auch Weinbaugebiete an der Loire, vor allem Anjou-Saumur. Dort dürften die vorgeschriebenen Meldungen und Behandlungen aber die weitere Verbreitung im Jahr 2025 eingedämmt haben. Im Gebiet Bourgueil hingegen wurden 2025 insgesamt 22 neue Parzellen als befallen bestätigt. Das dortige Konsortium hat nun Geldstrafen von 100 Euro pro Hektar für Winzer eingeführt, die sich nicht an den gemeinsamen Kontrollen beteiligen.
(al; Bild: wikimedia commons)
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