|
In der Slowakei hat sich die durch die Amerikanische Rebzikade übertragene Rebkrankheit Flavescence dorée (FD, Goldgelbe Vergilbung) stark ausgebreitet. Das berichtet das österreichische Fachmagazin Der Winzer. Das Zentrale Kontroll- und Prüfungsinstitut für Landwirtschaft (ÚKSÚP) hat 75 Prozent aller Rebflächen zu Quarantänezonen erklärt. Am stärksten betroffen sind die Regionen Nové Zámky und Košický kraj im Westen des Landes. Neben der Pflicht zur Meldung, Rodung und Insektizidbehandlung ist auch die Verbrennung infizierter Rebstöcke vorgeschrieben. Eine Neupflanzung ist nach frühestens zwei Jahren zulässig. In Befallszonen ist es verboten, Edelreiser und Unterlagen zu erzeugen und einzuführen. Seit Anfang 2026 sind Winzer auf den eigenen Flächen zum Zikadenmonitoring mit Gelbtafeln verpflichtet. Sobald eine Amerikanische Rebzikade gefunden wird, muss die gesamte Fläche mit Insektiziden behandelt werden. Danach inspiziert ÚKSÚP den Weinberg und entnimmt Proben. Gerodet wurden in der Slowakei bisher rund 110 der insgesamt 20.000 Hektar Rebfläche wegen Flavescence dorée.
In Österreich berichtete der ORF kürzlich über Verzögerungen bei der Bekämpfung der Amerikanischen Rebzikade im nördlichen Burgenland. Einige Winzer beklagen sich, dass Rodungsbescheide zu langsam ausgestellt und ihre Umsetzung zu wenig kontrolliert würden. Es gäbe zu viele verwilderte Flächen. Dadurch sei der vorgeschriebene Einsatz von Insektiziden in benachbarten Weinbergen wirkungslos. Wer einen Rodungsbescheid ignoriere, müsse zwar 6.000 Euro Strafe pro Hektar zahlen. Die Kosten für die Rodung eines stark verwilderten Weinberges würden aber rund 10.000 Euro betragen.
(al; Bild: LWK Burgenland-Daniel Pachinger)
Goldgelbe Vergilbung tritt erstmals in Deutschland auf
Goldgelbe Vergilbung nimmt in Ungarn massive Ausmaße an
Amerikanische Rebzikade bedroht Weinberge in Österreich