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Das Verwaltungsgericht in Melun nahe Paris hat die Beschränkungen zur Verwendung von Kupferpräparaten im Weinbau ausgesetzt, melden die Nachrichtenagentur AFP sowie das Branchenmagazin La Revue du Vin de France. Die Gesundheitsbehörde Anses hatte im Juli 2025 entschieden, die Zulassung von 17 kupferhaltigen Produkten ab 2027 nicht zu verlängern. Als Begründung gab sie an, dass „die verfügbaren Daten nicht ausreichten, um ein Risiko schädlicher Auswirkungen auf Arbeitnehmer in der Landwirtschaft auszuschließen“. Die Präparate-Hersteller hätten nicht die erforderlichen Nachweise vorgelegt.
Dem widersprach nun das Verwaltungsgericht und setzte den Vollzug dieser Entscheidung teilweise aus. Es bestünden „ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Einschätzung, soweit sie die Gesundheit von im Weinbau tätigen Personen betrifft“. Das Verbot hätte ernsthafte „wirtschaftliche Folgen“ für Hersteller und Weingüter, da es das Angebot an kupferbasierten Lösungen für den Weinbau stark verringern würde. Es gebe derzeit keine verlässliche Ersatzlösung, besonders im ökologischen Landbau. Kupfer ist der am weitesten verbreitete natürliche Wirkstoff zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus.
Daher verpflichtete das Gericht die Behörde, „die Anträge auf Marktzulassung dieser Produkte für die Verwendung im Weinbau innerhalb von zwei Monaten neu zu prüfen“. Mehrere Weinbau- und Bio-Verbände begrüßten diese Entscheidung.
(al; Bild: wikimedia commons)