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Der Deutsche Bauernverband warnt vor einer historischen Krise des deutschen Weinbaus. Trotz einer hohen Qualität des Jahrgangs 2025 sei die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe dramatisch. Die Fassweinpreise lägen mit 40 bis 60 Cent pro Liter deutlich unter den Produktionskosten von rund 1,20 Euro. Bauernpräsident Joachim Rukwied rechnet daher mit einem erheblichen Rückgang der Rebflächen.
Vor diesem Hintergrund ruft er die Verbraucher dazu auf, häufiger zu heimischem Wein zu greifen: „Trinkt mehr deutschen Wein. Wir bieten Qualitäten, die locker mit Weinen aus Frankreich, Spanien oder Italien mithalten können“, sagte Rukwied. Zugleich fordert er von der Politik Entlastungen, vor allem durch Bürokratieabbau.
Die Weinernte 2025 lag mit 7,3 Millionen Hektoliter rund 16 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt – die geringste Ernte seit 2010. Zusätzlich belastet wird die Branche durch strukturelle Probleme: Saisonarbeitskräfte sind schwer zu finden, steigende Lohnkosten – auch durch den Mindestlohn – übersteigen in vielen Betrieben die Erlöse. Besonders betroffen sind Winzer in Steillagen, wo die Bewirtschaftung kaum mechanisiert werden kann. Der Marktanteil deutschen Weins im Inland ist auf 41 Prozent gesunken, während Exporte – vor allem in die USA – durch Zölle beeinträchtigt werden.
(ru – Bild: 123rf)
DWV: Bis zu 30.000 ha weniger Rebfläche in Deutschland