wein.plus
ACHTUNG
Sie nutzen einen veralteten Browser und einige Bereiche arbeiten nicht wie erwartet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Anmelden Mitglied werden

Forscher des Comité Champagne haben erfolgreiche Versuche mit sauerstofffreien Korken gemacht. Ihr Ziel ist es, den Sauerstoffeintrag aus den Korken in den Wein zu unterbinden. Denn Schaumweinkorken bestehen zu etwa 80 Prozent aus Luft. Wenn sie in den Flaschenhals gepresst werden, vermindert sich ihr Volumen und der Luftdruck in den Korkzellen erhöht sich. Das führt dazu, dass die in den Zellen enthaltene Luft in den Wein diffundiert. Egal, ob aus Naturkork oder Mikroagglomerat, das Phänomen sei bei allen Korken nahezu identisch.

Benoît Villedey, stellvertretender Leiter der Weinabteilung des Comité Champagne, erklärt: „Innerhalb von drei Monaten nach Verschluss der Flaschen gibt der Korken 2,5 bis drei Milligramm Sauerstoff an den Wein ab. Dieser plötzliche Sauerstoffeintrag führt unter Umständen zu einer unerwünschten oxidativen Alterung.“

Daran ändere auch das vollständige Entfernen des Sauerstoffs aus dem Flaschenhals durch das so genannte Jetting nichts. Das Jetting erfolgt nach dem Dégorgieren, unmittelbar vor dem Verkorken. Dabei wird ein Mikro-Tröpfchen schwefelhaltigen Wassers in den Flaschenhals gespritzt, das den Wein zum Schäumen bringt. Der aufsteigende Schaum drückt die Luft aus dem Flaschenhals und sorgt für einen nahezu sauerstofffreien Kopfraum nach dem Verkorken.

Drei Jahre lang haben Benoît Villedey und sein Team mit den sauerstofffreien Korken experimentiert. Um die Korken zu inertisieren - also deren Sauerstoffabagbe zu verhindern -, wurden sie drei Monate lang in einem mit Stickstoff gefüllten Tank bei Überdruck gelagert. Einmal wöchentlich wurde dabei das Gasvolumen erneuert. Die so behandelten Korken begannen erst sechs Stunden, nachdem sie aus der stickstoffhaltigen Atmosphäre entnommen worden waren, sich wieder mit Sauerstoff zu füllen. Die physikalischen Eigenschaften blieben vollständig erhalten. Benoît Villedey ist überzeugt, dass die Verwendung inertisierter Korken in Verbindung mit der Jetting-Technologie es den Winzern möglich machen könnte, bei der Versanddosage auf schweflige Säure zu verzichten. Das Comité Champagne hofft nun auf die Hilfe von Korkproduzenten und Herstellern von Abfüllanlagen, um diese Entdeckung zur Serienreife zu entwickeln. „Das wäre eine zweite Revolution“, sagt Benoît Villedey.

(ru / Quelle: Vitisphère/Comité Champagne; Foto: 123rf.com)

Veranstaltungen in Ihrer Nähe