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Die toskanische Regionalregierung hat der Einführung des „Chianti DOP Rosé“ zugestimmt. Damit schlägt das Chianti-Konsortium eine neue Richtung ein und reagiert auf die sinkenden Preise und Absatzprobleme der vergangenen Jahre.
Die neue Rosé-Variante wird künftig in den Produktionsregeln verankert. Der Mindestanteil von Sangiovese beträgt 50 Prozent, der Rest darf mit allen zugelassenen roten und weißen Rebsorten der Toskana ergänzt werden. Auch Erträge, Alkoholgehalt (mind. 9 Vol.-%) und Vermarktungsfristen wurden festgelegt. Nun muss der Chianti Rosé noch offiziell vom italienischen Landwirtschaftsministerium genehmigt werden. Dies gilt allerdings als sicher.
Der neue Chianti Rosé wird aber nicht von allen befürwortet. Kritiker fürchten einen Identitätsverlust des toskanischen Rotweinklassikers. Allerdings leidet der Chianti bereits seit Langem unter sinkender Nachfrage. Erst im August 2025 gab das Konsortium bekannt, über einen leichteren Chianti mit einem Alkoholgehalt von etwa neun bis zehn Volumenprozent nachzudenken.
Gleichzeitig ist die Einführung der Kategorie „Gran Selezione“ endgültig vom Tisch. Die Region Toskana hatte sich bereits 2022 gegen die „Gran Selezione“ ausgesprochen, die ursprünglich als Premiumkategorie nach dem Vorbild des Chianti Classico gedacht war. Der Vorschlag des Chianti-Konsortiums hatte damals zu Spannungen mit den Kollegen aus der Appellation Chianti Classico geführt.
(ru)