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Das Burgunderhaus Bouchard Père & Fils *** zieht sich aus dem En-Primeur-System zurück und gibt das Négociant-Geschäft auf. Es will sich künftig ausschließlich auf Weine aus eigenem Anbau konzentrieren. Dieser Schritt erfolgt zwei Jahre nach der Übernahme des Weinguts durch die Investmentgruppe Artémis Domaines des Milliardärs François Pinault. Zu Artémis gehören auch das Bordeaux-Château Latour ***** und weitere Weingüter in Burgund, dem Rhonetal, im Napa Valley sowie das Champagnerhaus Jacquesson *****.
Das Négociant-Geschäft macht rund 60 Prozent der Produktion von Bouchard Père & Fils aus. Daher werde die Produktion im Vergleich zu vor fünf Jahren um insgesamt um 60 bis 75 Prozent reduziert. „Vor fünf Jahren haben wir im Durchschnitt 1,8 bis zwei Millionen Flaschen produziert, und heute können wir mit der Domaine 500.000 Flaschen herstellen“, sagte der technische Direktor Frédéric Weber. Das mache es dem Team möglich, mehr Zeit bei jedem Schritt vom Rebschnitt bis zur Ernte zu verbringen, um präzisere Weine zu produzieren. „Heute vinifizieren wir jede Altersklasse der Reben separat, um ein besseres Verständnis zu erlangen und selektiver bei der Zusammenstellung der Cuvée zu sein“, so Weber. „Zum Beispiel haben wir beim Corton Charlemagne sieben verschiedene Altersklassen von Reben, und wir organisieren eine Blindverkostung. Oft haben junge Reben nicht die gleiche Mineralität oder Komplexität, daher deklassieren wir sie und verwenden nur die besten für die Domaine-Weine. Es ist eine Herausforderung, aber es ist gut für die Qualität und eine zunehmende Präzision.“
Laut Weber seien die bisherigen Négociant-Verträge schnell von anderen Betrieben übernommen worden. Der Schritt steht im Einklang mit der Strategie des Mutterunternehmens. Auch die Weine von Clos de Tart werden nun erst nach der Abfüllung freigegeben und nicht En Primeur verkauft. Außerdem werden die Weinberge in der Côte de Nuits – die Premier Crus Chambertin Les Cazetiers und Nuits St. Georges Les Cailles, die Grand Crus Bonnes-Mares, Les Chambertin und Echézeaux sowie Les Chambolle-Musigny Village – an die ebenfalls zu Artémis gehörende Domaine d’Eugénie übertragen. Bouchard Père behält die rund 99 Hektar in der Côte de Beaune, verteilt auf 77 Climats und 111 Parzellen.
Im Zuge dieser strategischen Entscheidung wird in diesem Jahr der Jahrgang 2022 neu aufgelegt, begleitet von einer Veröffentlichung älterer Jahrgänge. Sie werden nach Unternehmensangaben qualitätsgeprüft, nachgefüllt, neu verkorkt, versiegelt und gekennzeichnet. Damit will das Haus die Herkunft aus den Kellern des Weinguts garantieren.
(al / Quelle: drinksbusiness.com)