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Zwei Gemeindeverbände im Bordelais investieren fast eine Million Euro, um zu verhindern, dass gerodete Weinberge brachliegen. Damit wollen sie die betroffenen Winzer unterstützen und ihnen neue Nutzungen der Flächen möglich machen. Das berichtet das französische Magazin Vitisphere.
Die Gemeindeverbände Castillon-Pujols und Libournais haben untersucht, welche anderen Bewirtschaftungsformen für gerodete Weinbauflächen in ihrem Gebiet bestehen. Die Untersuchung dauerte ein Jahr und kostete 150.000 Euro. Heraus kamen sieben neue Perspektiven der landwirtschaftlichen Nutzung.
Für den Anbau von Hanf oder Oliven und für die Geflügelzucht empfiehlt die Studie lokale Kooperativen, um die Kosten für eine Entfaserungsanlage, eine Ölpresse oder einen Schlachthof zu teilen. Diese liegen jeweils bei mehreren hunderttausend Euro. Für den Anbau von Kiwis, Pflaumen, Äpfeln und Schilfpflanzen wollen die Gemeinden selbst 800.000 Euro bereitstellen. „Unsere Region ist eher mit einer strukturellen als mit einer konjunkturellen Krise konfrontiert”, sagt Philippe Buisson, Präsident des Gemeideverbands Libournais. Ziel sei es daher, „unseren Winzern, die nicht mehr vom Weinbau leben können, eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen“. Alle neuen Agrarkulturen benötigen jedoch zuvor eine Flurbereinigung.
Die Gemeindeverbände Castillon-Pujols und Libournais umfassen zusammen 76 Gemeinden in den Départements Gironde und Dordogne. Über 2.400 Hektar Weinberge sind in ihrem Gebiet von Rodungen betroffen. Insgesamt wurden in der Weinregion Bordeaux in den vergangenen drei Jahren 19.000 Hektar Rebfläche gerodet. Die Rodung von weiteren 7.000 bis 8.000 Hektar gilt als wahrscheinlich.
(cs)
Öffentliche Bodenanstalt soll Bordeaux-Weinberge kaufen