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Maccheek at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0
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Deutschland startet im EU-Agrarrat eine Initiative, um den Einsatz von Natriumhydrogencarbonat – Hauptbestandteil von Backpulver – im Weinbau zu sichern. Der Stoff wird seit Jahren erfolgreich gegen „Echten Mehltau“ (Oidium) eingesetzt. Er gilt als kostengünstig, leicht verfügbar und unbedenklich für die Umwelt.

Nach aktueller EU-Rechtslage darf Natriumhydrogencarbonat jedoch nicht mehr als sogenannter „Grundstoff“ genutzt werden, da es inzwischen auch in einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel enthalten ist. Laut den Regeln ist eine doppelte Genehmigung ausgeschlossen. Winzer müssen deshalb auf das teurere kommerzielle Mittel ausweichen. Dies belastet vor allem kleinere Bio-Betriebe.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer fordert eine Korrektur dieser Vorgaben. „Unsere Winzerinnen und Winzer stehen massiv unter Druck. Sie können nicht mal mehr das günstige und einfach verfügbare Backpulver verwenden, um die Reben vor dem Echten Mehltau zu schützen. Die EU-Regularien schieben dem einen Riegel vor – das müssen wir ändern. Ich danke den weiteren Mitgliedsstaaten für ihre Unterstützung, hier für eine pragmatische Nutzung von einfachen Grundstoffen im Weinbau zu sorgen.“

Die Diskussion hat ihren Ursprung in der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels mit Natriumhydrogencarbonat im August 2024. Daraufhin hob die EU-Kommission im März 2025 die parallele Nutzung als Grundstoff in Österreich und Deutschland auf. Damit entfiel eine erprobte, kostengünstige Lösung, die viele Betriebe genutzt hatten.

Deutschland setzt sich nun in Brüssel dafür ein, dass Grundstoffe weiterhin eingesetzt werden dürfen, auch wenn sie später in Pflanzenschutzmitteln Verwendung finden. Unterstützung für diesen Vorstoß kommt aus acht weiteren Mitgliedsstaaten: Frankreich, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Am 22. und 23. September haben die Agrarministerinnen und -minister der EU über das Thema beraten. Für viele Weinbaubetriebe könnte die Entscheidung darüber mitbestimmen, wie praktikabel und bezahlbar der Pflanzenschutz in den kommenden Jahren bleibt.

(ru)

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