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Die Verantwortlichen der Ursprungsbezeichnung AOC Bordeaux haben den neuen Weinstil „Bordeaux Claret" formell zugelassen. Damit feiert der ursprüngliche Bordeaux-Stil ein Comeback. Der Name entstand bereits im zwölften Jahrhundert. Damals wurden so helle, leichte Rotweine bezeichnet, die nach Großbritannien verschifft wurden und dort große Popularität erlangten. Sie wurden zu einem Synonym für Wein aus Bordeaux. Erst im 20. Jahrhundert änderte sich der Stil des Bordeaux zu den heutigen dunklen, tiefroten Weinen. Durch das zunehmend wärmere Klima wurden die Rotweintrauben über die Jahrzehnte immer reifer, der Alkoholgehalt stieg kontinuierlich an.
Die offizielle Wiedereinführung des Claret, über die die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, ist eine Reaktion auf verändertes Konsumverhalten und den Klimawandel. Der nun zugelassene Claret soll jung und leicht gekühlt getrunken werden. Schwere Rotweine, die lange Reifezeit benötigen, sind viel weniger relevant als früher geworden. Die Folgen sind Absatzkrisen und die Rodung von mehreren 10.000 Hektar Weinbergen in der Region Bordeaux. The Guardian zitiert den Weinhändler Tony Laithwaite: „Ein 50 Jahre dauernder Boom ist zu Ende.“ Einer der Gründe dafür seien auch die in den vergangenen drei Jahrzehnten immer höher gestiegenen Preise für Bordeaux. Im Gegensatz dazu gewinnen leichtere, fruchtbetonte und trinkfertige Weine an Beliebtheit, vor allem bei jungen Konsumenten. Claret steht damit in einer Reihe von alten Methoden und Begriffen, die in den vergangenen Jahren wiederbelebt wurden. Dazu gehören Pétillant Naturel oder „Pet-Nat“ für traditionelle hergestellte Schaumweine, oder die Verwendung von Amphoren für die Vinifikation.
Die ersten Flaschen „Bordeaux Claret" werden vom Jahrgang 2025 in den Handel kommen.
(al; Bild: 123rf)
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