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Italiens größter Online-Weinhändler Tannico muss 150.000 Euro Strafe wegen falscher Behauptungen über Rabatte zahlen. Die Verbraucherschutzbehörde „Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato“ (AGM) hat nachgewiesen, dass Tannico mehrere angeblich rabattierte Weine im Angebot in den vorangegangenen 30 Tagen zu einem niedrigeren oder sogar geringerem Preis angeboten hatte. AGM bezeichnete die Rabatte auf der Website und App von Tannico als irreführend und unvollständig. Damit habe Tannico gegen die italienischen Regeln zur Transparenz von Preisnachlässen verstoßen. Der Shop verspricht auf seiner Website derzeit „Verrückte Rabatte, unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis und große Marken zu Sonderpreisen“.
Tannico ist laut eigenen Angaben Italiens führender digitaler Weinhändler und erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 60 Millionen Euro. Erst im Oktober wurde das Unternehmen von der französischen Weingruppe Castel-Frères von den Eigentümern Campari Group und LVMH übernommen. Castel-Frères mit Sitz in Bordeaux ist einer der größten französischen Weinkonzerne. Es besitzt 23 Weingüter in Frankreich, die Weinhandelskette Nicolas mit rund 500 Filialen und den Online-Weinhändler Vinatis. Der Verstoß gegen die Rabattbestimmungen fand bis Mitte Juli 2025 und somit vor der Übernahme durch Castel-Frères statt.
(al)