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Der Chianti Classico trotzt dem Klimawandel: Über 200 aktuell probierte Weine belegen eindrucksvoll, wie gut das Gebiet nicht zuletzt dank seines einzigartigen Terroirs mit den neuen Bedingungen zurechtkommt.

Bei den Verkostungen der aktuellen Chianti-Classico-Jahrgänge bekommt man den Eindruck, dass das Terroir mit dem Klimawandel immer wichtiger wird. Das Gebiet mit seinen im Durchschnitt relativ hoch gelegenen Weinbergen, mit seinem großen Waldanteil und den doch sehr unterschiedlichen geografischen und kleinklimatischen Verhältnissen hat auf die jeweiligen Jahrgangsbedingungen oft andere Antworten als erwartet.

Bestes Beispiel ist der Jahrgang 2022, einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Viele anfängliche Reaktionen klangen skeptisch ob hoher Reife und präsenter, manchmal zunächst spröde wirkender Tannine. Inzwischen stellt sich heraus, dass die Bedingungen des Jahrgangs dem Chianti Classico weniger anhaben konnten als zunächst befürchtet.

Wir waren jedenfalls ziemlich erstaunt, wie saftig und ausgewogen sich die Weine oft selbst bei hohen Alkoholgraden präsentieren. Sie standen den zuweilen hoch gelobten 2021ern nur selten nach, überflügelten sie zum Teil sogar. Gerade jene 2021er Exemplare mit sehr hohen Alkoholgraden wirken nicht selten etwas überzogen und nur wenig harmonisch.

In diesem kühleren Jahr gewannen zumeist jene Produzenten, die vor allem auf Finesse abzielten und nicht mehr an Kraft herauszuholen versuchten, als die Natur freiwillig hergab. In höheren Alkoholregionen wirken die 2022er im Vergleich deutlich natürlicher, selbstverständlicher, während der kühle Stil 2021 seine klaren Vorteile hatte. Die besten 2021er Weine erinnern gar an Legenden aus Jahrgängen wie 1985, 1988 oder 1990, einer Zeit, in der der deutlich wärmere, saft- und kraftstrotzende Stil der 2022er praktisch noch nicht existierte.

2023 wiederum galt von vornherein als ziemlich ausgewogener Jahrgang. Zwar war auch hier der Sommer heiß und trocken, aber Winter und Frühjahr brachten ausreichend Wasser mit. Dennoch vermissten wir in einigen Weinen Frische und Eleganz. Anhand unserer Erfahrungen mit den 2022er Weinen sind wir mit einer endgültigen Einschätzung des Jahrgangs jedoch vorsichtig, zumal uns die meisten Riserve und Gran Selezione noch fehlen. Die ersten Eindrücke der 2024er wiederum waren aufgrund ihrer Transparenz und Saftigkeit vielversprechend.

Rund 200 Chianti Classico haben wir aktuell probiert, von denen wir die besten hier vorstellen. Links zu allen Weinen und ihren Produzenten finden Sie jeweils am Ende der Bestenlisten.

Verkostung: Chianti Classico 2024 Annata

Verkostung: Chianti Classico 2023 Annata

Verkostung: Chianti Classico 2023 Riserva

Verkostung: Chianti Classico 2023 Gran Selezione

Verkostung: Chianti Classico 2022 Annata

Verkostung: Chianti Classico 2022 Riserva

Verkostung: Chianti Classico 2022 Gran Selezione

Verkostung: Chianti Classico 2021 Annata

Verkostung: Chianti Classico 2021 Riserva

Verkostung: Chianti Classico 2021 Gran Selezione

Verkostung: Chianti Classico Ältere Annate

Verkostung: Chianti Classico Ältere Riserve

Verkostung: Chianti Classico Ältere Gran Selezione

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