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Weine, die eine geschützte Herkunftsbezeichnung tragen, entsprechen strengen Qualitätsvorgaben und begünstigen einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum. Das ist eine wesentliche Botschaft von drei deutsch-griechischen Business-Dinners, die Anfang August im hessischen Maintal stattfanden.

An drei Abenden organisierte die Weinmarketing- und Eventagentur Wein-Plus Solutions die Veranstaltungen zusammen mit dem griechischen Agrar-Beratungsunternehmen Novacert. Auftraggeber war die Weinkellerei Vaeni Naoussa aus Zentralmakedonien in Nordgriechenland, die für die Events auch fünf Weine zur Verfügung stellte.

Die Weine begleiteten jeweils ein dreigängiges Menü im Restaurant „Fleur de Sel” in Maintal-Dörnigheim bei Frankfurt. Geladen waren neben einer Gruppe griechischer Journalisten an jedem Abend fünf deutsche Weinfachleute aus Handel, Gastronomie, Beratung, Weiterbildung und Medien in wechselnder Besetzung.

Das Projekt war Teil des Informationsprogramms für verantwortungsbewussten Weinkonsum, das von der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten – in diesem Fall Griechenland – kofinanziert wird. Die Kampagne befindet sich im zweiten Jahr ihrer Umsetzung und läuft voraussichtlich noch bis 2023. Vor diesem Hintergrund gab es bei der kulinarischen Verkostung besondere Regeln zu berücksichtigen.

 

Informationen zu zwei Themen

Im Rahmen der Business-Dinners wurden Informationen zu zwei Themen vermittelt: erstens die Richtlinien der EU für moderaten Weinkonsum, zweitens das System der geschützten Herkunftsbezeichnungen in der EU. Dies geschah zum einen in Form einer Broschüre, die die wesentlichen Inhalte zusammenfasste, sowie zum anderen in einem Kurzvortrag und während der Tischgespräche.

Die Informationsbroschüre stellte zu diesem Zweck Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung – „Markenweine“ genannt – „Fasswein unbekannter Herkunft“ gegenüber und argumentierte: „Im Gegensatz zu Markenweinen hat Fasswein kein Etikett, und daher kann der Verbraucher sehr wichtige Details nicht erfahren, wie den Produzenten, Herkunft der Rohstoffe, Sortenzusammensetzung des Weins, Erntejahr, Abfüllungsjahr und andere Daten, die zum verantwortungsbewussten Konsum beitragen.“

 

Geschützte Herkunftsbezeichnungen

Die Weine, die zum Essen ausgeschenkt wurden, hatten aus unterschiedlichen geschützten Herkunftsgebieten zu stammen. Serviert wurden ein Weißwein und ein Roséwein mit der geschützten geografischen Angabe „Makedonien PGE“ sowie drei Rotweine aus der autochthonen griechischen Rebsorte Xinomavro, die die geschützte Ursprungsbezeichnung „Naoussa POP“ trugen.

Das System der geschützten Herkunftsbezeichnungen in der EU folgt dem Grundsatz: Je enger die Herkunft, desto höher die Weinqualität. Das bedeutet, ein Wein ist umso besser, je kleiner die geografische Einheit ist, aus der seine Trauben stammen. Dabei gilt das Herkunftsland als größte und ein einzelner Weinberg als kleinste geografische Einheit.

Gemäß diesem sogenannten Herkunftsprinzip ergeben sich drei Qualitätsstufen für Wein aus den Mitgliedsstaaten der Union – in aufsteigender Reihenfolge:

Die g. U. ist dabei grundsätzlich und in jedem Fall die engere Herkunftsbezeichnung, die für eine höhere Weinqualität steht. Sie definiert die strengsten Vorgaben hinsichtlich der geografischen Einheit für die Kultivierung und Verarbeitung der Trauben, der Rebsorte(n), des Anbaus, der Ertragsmenge – je geringer der Ertrag, desto höher der Extrakt der Trauben und damit die Qualität des Weins –, der Lese, der Weinbereitung, des Ausbaus, der Reifezeit im Keller und/oder bestimmter Analysewerte.

Auf Griechisch heißen die geschützte geografische Angabe „Prostatevomenis Geografikis Endixis“ (abgekürzt PGE) und die geschützte Ursprungsbezeichnung „Prostatevomenis Onomasías Proelefsis“ (abgekürzt POP).

 

Weniger ist mehr

Darüber hinaus mussten die Weine während der Business-Dinners blind verkostet werden. Als einzige Informationen erfuhren die Gäste die Rebsorte(n), den Jahrgang und die Herkunftsbezeichnung, nicht aber die genaue Identität der Gewächse.

Schließlich wurde das Motto „verantwortungsvoller Weinkonsum“ so ernst genommen, dass von jedem Wein pro Abend lediglich eine Flasche für die gesamte Tischgesellschaft zur Verfügung stand. Tatsächlich blieb aber von fast allen Flaschen an jedem Abend noch ein Rest übrig – was keineswegs daran lag, dass die Weine den Gästen qualitativ nicht zugesagt hätten; im Gegenteil.

Auf diese Weise gelang es, moderaten Weinkonsum anschaulich in der Praxis umzusetzen: den Wein „in Maßen“, „langsam“ und „zusammen mit Wasser“ zu trinken, wie die EU-Informationsbroschüre empfahl.

 

Mediterrane Küche

„Griechischer Wein hat in den letzten 15 bis 20 Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen. Das hat auch diese Veranstaltung gezeigt“, urteilt Teilnehmer Simon Schmitt aus Frankfurt, der als freier Journalist unter anderem das Frankfurt Food Diary publiziert. „Es ist immer wieder sehr bereichernd, eine spannende Weinregion und ihre Parade-Rebsorte in dieser Tiefe kennenzulernen und sich mit Fachleuten darüber auszutauschen.“ Projektmanager Carsten M. Stammen von Wein-Plus Solutions, der sowohl die Organisation verantwortete als auch an den drei Abenden als Gastgeber die Moderation übernahm, freut sich über die positive Resonanz. Er erläutert die Auswahl des Restaurants: „Das ‚Fleur de Sel‘ bietet eine gehobene, französisch inspirierte Mittelmeerküche mit einem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis. Wir haben bewusst kein griechisches Restaurant ausgesucht, aber eines mit mediterraner Küche. Und die Business-Dinners haben gezeigt, dass griechische Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung nicht nur charaktervolle Gewächse sind, sondern auch als hochwertige Speisenbegleiter überzeugen.“

 

Rosé- und Weißwein: Makedonien PGE

Der Roséwein „Dogmatikos“ Makedonien PGE 2021, ein reinsortiger Xinomavro mit 11 g/l Restzucker, präsentierte sich mit seiner rotfruchtigen Aromatik als unkomplizierter Aperitif.

Der Weißwein „En Lefko“ Makedonien PGE 2021 war eine Cuvée aus Malagouzia und wiederum Xinomavro (hier weiß gekeltert). Er zeigte Noten von gelben Früchten mit exotischen Anklängen sowie eine feine Mineralität, dazu Frische, Schmelz und Ausgewogenheit. Mit seiner Verbindung von Anspruch und Trinkfluss erwies er sich als kulinarisch sehr vielseitig und begleitete an allen drei Abenden die Vorspeise vortrefflich: sowohl ein Tatar vom Weidelammrücken mit Tomaten, Oliven und Couscous als auch eine Ricotta-Tartine mit gebratener Zucchini-Brunoise sowie frittierte Sardellen mit 
Safran-Crème fraîche und Salat.

 

Facetten des Xinomavro: Naoussa POP

Die drei Rotweine offenbarten den Facettenreichtum der Rebsorte Xinomavro, denn jeder der Weine war in seinem Charakter eigenständig und von unterschiedlichen Aromen geprägt: der „Naoussa“ Naoussa POP 2015 von Beeren und Kirschen, der „Damascenos“ Naoussa POP 2017 von Pflaumen und Gewürzen und der „Platinum Xinomavro“ Naoussa POP 2017 von Bitterschokolade und dunklen Früchten.

Alle drei Roten wurden jeweils parallel zum Hauptgang probiert, und unter den Gästen gab es klare Favoriten, wenngleich verschiedene. Einig waren sich jedoch alle darin, dass keiner der Weine gar nicht gepasst hätte. So bewährte sich Xinomavro mit 12 bis 18 Monaten Holzfassausbau zu geschmorten Kalbsbäckchen mit Petersilien-Kartoffel-Mousseline, 
buntem Gemüse und Madeirajus ebenso wie zu Spanferkelrücken auf Kartoffelpüree 
mit getrüffeltem Spitzkohl und Kümmeljus – und sogar zu Meeresfrüchten: Rotschwanz-Garnelen und Muscheln mit Sepia-Spaghettini, kräftig-würziger Tomaten-Concassée, Parmesan und Rucola.

 

Kulinarische Impressionen

Christine Schloter vom Weinkönner Tasting-Store in Leipzig schildert ihre Eindrücke wie folgt: „Ein spannender Abend mit außergewöhnlichen Weinen autochthoner Rebsorten Griechenlands. Es zeigte sich, dass die eigenständigen Weine auch außerhalb typischer griechischer Küche harmonische Speisebegleiter sind. Besonders beeindruckten mich die weiße Cuvée von Malagouzia und Xinomavro zum Tatar vom Lamm und ein gereifter Xinomavro mit feiner Schokoladennote, der zum kräftigen Hauptgang passte, jedoch seinen ganzen Charme erst zur Crème brûlée von der Himbeere richtig ausspielte.“

Ähnlich äußert sich Cyriacus Schultze von der Wein- und Unternehmensberatung Food & Wine Culture in Schönau: „Es war eine spannende Reise durch die faszinierende Vielfalt einheimischer Rebsorten, die dem griechischen Wein einen ganz eigenen Charakter verleihen. Griechenland war schon immer zu Recht stolz auf seine eigenen Rebsorten, und das Vertrauen in die einheimischen Trauben wird nun belohnt: Nicht nur Udo Jürgens schwärmte davon, sondern viele Genießerinnen und Genießer beginnen, sich mit dem eleganten, würzigen Malagouzia oder dem kraftvollen, lagerfähigen Xinomavro vertraut zu machen.”

Für Neugier und Aufgeschlossenheit beim Weingenuss spricht sich Kirsten Burkhart von der Weinhandlung Wein365 in Bad Homburg aus: „Die griechischen Weine waren für uns Neuland und allein schon deshalb eine Bereicherung. Wir waren auch von der Ausdrucksstärke der Rotweine überrascht, das hatten wir nicht so erwartet. Es ist immer wieder gut, mal über den Tellerrand bzw. zu den Nachbarn zu blicken! Das Essen im ‚Fleur de Sel‘ war natürlich auch vorzüglich und hat den Weinen einen geeigneten Background gegeben.“

 

Full-Service-Eventmanagement

Wein-Plus Solutions oblag bei den drei deutsch-griechischen Business-Dinners die Auswahl des Restaurants, die Abstimmung des Menüs, die Zuordnung der Weine sowie das Teilnehmermanagement. Für die gezielte Einladung der deutschen Gäste nutzte die Agentur die wein.plus-Datenbank mit über 230.000 Mitgliedern. Da im Team des Restaurants „Fleur de Sel“ acht Nationalitäten vertreten sind, konnten die griechischen Gäste sogar in ihrer Landessprache betreut werden, und es gab Menükarten in Deutsch, Englisch und Griechisch.

Projektmanager Carsten M. Stammen hat nicht nur langjährige Erfahrung in der Gastronomie und im Veranstaltungsmanagement, sondern auch in Kommunikation und Marketing. Darüber hinaus ist er selbst Weinexperte und Dozent, so dass das zusätzliche Engagement eines Sommeliers für die fachliche Begleitung des Abends nicht erforderlich war. Damit bietet Wein-Plus Solutions Full-Service-Eventmanagement für die Weinbranche aus einer Hand – auch für Ihre Veranstaltung!

Kontakt: carsten@wein.plus

Fotos: © Axel Groß (Grossaufnahmen), © Carsten M. Stammen (WPS)

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