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Die historischen Daten sowie die Entdeckung von römischen Amphoren in der Gemeinde Marçà weisen darauf hin, dass Wein im Montsant bereits zur Römerzeit produziert wurde. Doch erst 2001 erhielt die Region den Status eines DO-klassifizierten Anbaugebiets.

 

Die erste große Blütezeit des Weinbaus im Montsant erfolgte nach der Eroberung der arabischen Gebiete durch den Grafen von Barcelona, Ramon Berenguer IV. Er begründete durch seine Heirat mit Petronila von Aragonien die Herrschaft über Aragonien, die im Mittelmeerraum während des Mittelalters großen Einfluss auf den Weinbau hatte. Das heutige Gebiet des Montsant wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erobert. Es waren Mönchsorden, die mit der Wiederbesiedlung und dem Aufbau sozialer Strukturen in der Region beauftragt waren. Sie brachten das Wissen über den Weinanbau und die Weinherstellung mit. Alfonso II, der Sohn von Ramon Berenguer IV, gründete 1194 das Kartäuserkloster Escaladei, das den Beginn der bis heute bestehenden Weinbautradition markiert. Die heutigen Bezeichnungen von Montsant (Heiliger Berg) und Priorat (Tierras del Prior) erinnern an den Einfluss der Kartäuser.

Der Weinbau wurde für die Bewohner des Montsant eine Konstante, die sich über die Jahrhunderte zwischen Krisen und Aufschwüngen entwickelte. Über den Hafen von Reus, der nur wenige Kilometer vom Montsant entfernt liegt, wird der Wein seit Jahrhunderten exportiert. Eine glanzvolle Zeit für den internationalen Erfolg der Weine aus Montsant war das 19. Jahrhundert: Sie wurden von Händlern aus Bordeaux gekauft und waren auf den großen Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts sehr erfolgreich.

 

Reblaus-Katastrophe und Wein-Kathedralen

Doch Ende des 19. Jahrhunderts richtete die Reblaus auch in Montsant verheerende Schäden an. Die großen Genossenschaften, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt des wirtschaftlichen Aufschwungs in Katalonien gegründet wurden, halfen, den Weinanbau in der Region dennoch weiterzuführen. Damit wollten sie die Abwanderung der Menschen verhindern. Diese Gefahr bestand im Montsant aufgrund seiner zerklüfteten, nur mit sehr harter Arbeit zu bewirtschaftenden Böden über Jahrhunderte. Historische Beispiele der modernistischen Genossenschaften sind die berühmten “Kathedralen des Weins” von Falset und Cornudella, die beide aus dem Jahr 1919 stammen. Die Genossenschaften produzieren bis heute Wein.

Nach der Reblausplage wurde der Wein, der in den Kooperativen produziert wurde, aber noch nicht in Flaschen abgefüllt. Große Holztank-Fahrzeuge fuhren durch ganz Katalonien; die einfachen Weine wurden überall offen verkauft. Es ist heute schwer vorstellbar, in welchem Zustand die Weine gewesen sein müssen. Schließlich enthielten sie bis zu 17 Prozent Alkohol, um sie stabiler für den langen Weg zum Ziel zu machen. Bis vor einiger Zeit hatten die Weine der Region noch den Ruf, konzentriert, schwer und alkoholisch zu sein.

 

Die Rettung der uralten Rebsorten

Im Lauf des 20. Jahrhunderts und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zum Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre begannen die Kooperativen, sich vom Fasswein zu lösen und Qualitätsweine anzubieten. Zu dieser Zeit erhielten sie zudem Zugang zu EU-Förderungen. Die finanzierten Projekte zielten darauf ab, die Weinberge technisch zu modernisieren. Sie unterstützten das Ausreißen der alten Rebstöcke, um die Arbeit in den Weinbergen mechanisieren zu können. In dieser Zeit des Wandels wurden immer mehr ausländische Rebsorten gepflanzt: vor allem Cabernet Sauvignon und Merlot, aber auch Syrah. Doch viele Weinbauern widersetzten sich diesem Trend und bewirtschafteten die autochtonen Sorten im Familienweinberg weiter.

Heute geht der Trend in die andere Richtung: Die einheimischen Sorten genießen wieder hohes Ansehen. Inzwischen werden Garnatxa- und Carinyena-Edelreiser oft auf die Rebstöcke “fremder” Sorten gepfropft.

Die ersten spanischen Ursprungsbezeichnungen (Denominaciones de Origen - DO) für Wein wurden 1932 durch das von der spanischen Regierung erlassene Weinstatut anerkannt, darunter Priorat und Tarragona. Innerhalb der Grenzen der DO Tarragona wurde die Region "Falset" abgegrenzt, die sich im derzeitigen Gebiet der DO Montsant befindet. Im Jahr 2001 wurde schließlich die DO Montsant gegründet.

Dieser Prozess der Differenzierung und der Förderung des spezifischen Charakters der Anbaugebiete geht weiter: Seit 2008 arbeitet die DO Montsant in Zusammenarbeit mit dem Institut Català de la Vinya i el Vi (INCAVI) an einem Projekt zur Untersuchung der Boden- und Klimaunterschiede in den verschiedenen Anbauregionen des Montsant.

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