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Das Südtiroler Weindorf Eppan steht für traditionelle Klassiker - und für innovative Weine aus Piwi-Sorten.
Roland Brunner hat die wichtigsten Erzeuger besucht und stellt sie vor.

Im Weindorf Eppan südlich von Bozen gibt es im Vergleich zur Nachbargemeinde Kaltern nur wenige selbstvermarktende Erzeuger. Diese handvoll Betriebe bringen jedoch eine große Vielfalt individueller und zugleich traditioneller Weine hervor. Es gilt Südtiroler Klassiker wie Weiß- und Blauburgunder zu entdecken, die vor allem in den hohen Lagen des Dorfes ihren eleganten Charakter zum Ausdruck bringen können. Aber auch neue Weine aus Piwi-Sorten wie Bronner, Solaris oder Souvignier gris überzeugen.

Weingut Abraham

Martin und Marlies Abraham / Udo Bernhart, Alexander Gantioler (u.)

Produzenten-Info

Weingut Abraham
Adresse:
Maderneid 29
39057 Eppan an der Weinstraße

Tel.Fax +39 0471 664192
E-mail
Webseite

Weinverkauf und Verkostung nach telefonischer Anmeldung.

Der Wiedehopf ist ein Geschöpf mit vielen Facetten. Mit dem eindrucksvollen Federschmuck auf seinem Haupt erinnert ein wenig an einen Indianer. In den Weinbergen war er früher ein gern gesehener Gast. Er ist nämlich nicht, wie die meisten anderen Vögel, an reifen Früchten interessiert, sondern dezimiert mit seinem langen Schnabel die Schädlinge. Mit dem zunehmendem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist er aber immer seltener geworden. In den Weinbergen von Marlies und Martin Abraham tauchte er jedoch immer wieder mal auf. Er muss keine Angst haben, keine Nahrung zu finden, denn Chemie kommt hier nicht zum Einsatz. Weil er sich so wohl fühlte bei den Abrahams, machten sie ihn kurzerhand zum Symbol, das ihre Weinetiketten ziert.

Willensstärke, Kraft sowie Freude am eigenen Tun zeichnet das junge Winzerpaar aus. 2011 begannen sie, ihre Trauben selbst zu verarbeiten. „Wir waren immer schon von tiefgründigen Weinen fasziniert. Unsere Weinberge haben eine interessante Bodenstruktur und sehr alte Reben. So dachten wir, dass wir solche Weine auch selbst produzieren können statt die Trauben an die Genossenschaft zu liefern. Wir wollten komplexe Weine machen, die von unseren Böden geprägt und deshalb auch nicht beliebig austauschbar sind. Weine, die Zeit brauchen - und auch etwas mehr kosten.“ Die Abrahams hatten das Glück der Tüchtigen und Wagemutigen. Mehr und mehr erwachte das Interesse für ihre Weine, so dass die Nachfrage mittlerweile das Angebot übertrifft.

In der Sortenauswahl zeigt sich Traditionsbewusstsein: Weißburgunder, Gewürztraminer, Vernatsch und Blauburgunder. Die experimentellen Weine sind nach dem Wiedehopf (italienisch: Upupa) benannt. Der Rotwein wird hauptsächlich aus Vernatsch-Trauben von alten Rebstöcken gekeltert, die möglichst lange am Stock reifen. Gemäß dem traditionellen “Eppaner Verschnitt” ist auch etwas Blauburgunder dabei. Der spontan mit der Maische vergorene und im gebrauchten Holzfass verfeinerte Gewürztraminer ist nicht nur aromatisch, würzig, sondern auch sehr trocken. Mit Ecken und Kanten. Die Weißburgunder-Selektionen “Låmm” und “Vom Muschelkalk” bringen die jeweils spezifischen Charakteristika dieser Lagen in Girlan und St. Michael zum Ausdruck. Der Blauburgunder spornt die Abrahams am meisten an. “Wir möchten nicht Kraft, Farbe, Wärme und Üppigkeit, sondern Eleganz, Finesse, Länge und Salzigkeit”, sagen sie. Die Vinifizierung erfolgt deshalb puristisch mit Spontangärung im Maischebottich, gefolgt von einem langsamen Ausbau im Eichenholz-Tonneaux. In besonderen Jahren gibt es von Weißburgunder und Blauburgunder die Selektionen “Abraham Art”. Es sind rare Gewächse, von denen maximal 600 bis 800 Flaschen produziert werden.

Die Weine des Weinguts Abraham in den
Weinkritiken von wein.plus

 

Josef Brigl

Josef Brigl / Weingut Josef Brigl

Produzenten-Info

Kellerei Josef Brigl
Adresse:
RMaria-Rast-Weg 3
I-39057 Eppan an der Weinstraße

Tel.: +39 0471 662419
E-mail
Webseite

Direktverkauf:
Täglich außer sonntags von 08:00-12:00 und 14:00-18:00 Uhr

Gegründet wurde die Kellerei Josef Brigl im Jahr 1309. Sie ist damit Südtirols ältester Weinbaubetrieb. Dieser Tradition fühlt man sich verpflichtet, daher wird das Gründungsjahr auf dem neu gestalteten Etikett besonders hervorgehoben. Dem Südtiroler Klassiker Vernatsch wird bei Brigl große Wertschätzung entgegengebracht. „Nicht nur, weil er – genauso wie unsere Bergwelt – einfach zu Südtirol gehört, sondern weil er ein perfekter Wein für die heutige Zeit ist“, sagt Siegfried Prader, Betriebsleiter der Kellerei. „Er ist fein und zart, passt zu fast allen Speisen, besitzt einen eher moderaten Alkoholgehalt und einen hohen Wiedererkennungswert. Deshalb wird er bei uns immer eine besondere Stellung einnehmen.“

Das Sortiment ist gegliedert in die klassische Linie, die Höfe-Linie und die Meister-Linie. Erstere bietet Weiß, Rot und Rosé-Weine, bei denen Frische und der typische Charakter der Rebsorte im Vordergrund steht. Bei der Höfe-Linie, die mit Ausnahme des St. Magdalener ‚Rielerhof‘ aus reinsortigen Weinen besteht, werden die Eigenheiten herausgearbeitet, die die Sorten in den am besten geeigneten Lagen entwickeln. In der aus drei Weinen – Chardonnay, Blauburgunder und Lagrein – bestehenden Meister-Linie werden die besten Trauben der Kellerei vinifiziert.

Die Höfe, von denen die Trauben für die gleichnamige Linie stammen, wurden nach dem Tod des Seniorchefs Ignaz Brigl 2013 von seinen Enkelinnen Elisabeth (Ansitz Windegg in Kaltern) und Monika (Rielerhof in St. Magdalena und Haslhof in Girlan) übernommen. In Kaltern werden neben dem Vernatsch der Kalterersee, Pinot Grigio, Gewürztraminer, Merlot und Cabernet kultiviert. Auf dem Rielerhof produziert man St. Magdalener, Sauvignon Blanc, Riesling sowie die Dessertwein-Spezialität Rosenmuskateller und auf dem Girlaner Haslhof neben Weißburgunder und Pinot Noir auch noch etwas Edelvernatsch.

Die Weine der Kellerei Josef Brigl in den
Weinkritiken von wein.plus

 

Schloss Englar – Johannes Khuen-Belasi

Graf Johannes Khuen-Belasi (r.) / Khuen-Belasi

Produzenten-Info

Schloss Englar
Adresse:
Pigenò 42
39057 Eppan an der Weinstraße

Tel.: +39 0471 671854
E-mail
Webseite

Weinverkostung und Ab-Hof-Verkauf nach vorheriger Ankündigung
Honig-Lehrwanderung mit anschließender Verkostung
Zimmerpreise ab 240 Euro

Weithin sichtbar und aufgrund seiner Größe durchaus Ehrfurcht einflößend, thront Schloss Englar in den Weinbergen des Eppaner Ortsteils Pigenò. Ist man jedoch einmal angekommen, löst sich das Gefühl schnell in Wohlsein auf. Im Innenhof des über 600 Jahre alten Anwesens tummeln sich Hühner, Enten und Gänse. In den angrenzenden Weingärten begegnet man Pferden, Eseln, Hasen und anderen Tieren. Das Summen der Bienen im Hintergrund macht die Atmosphäre eines intakten Bauernhofs perfekt. Diese Verbindung von luxuriösem historischen Anwesen und Natürlichkeit ist dem Besitzer Graf Johannes Khuen-Belasi sehr wichtig. „Wir haben eine lange Geschichte, die eine eindrucksvolle Architektur sowie wertvolle Kunstschätze hinterlassen hat und wir sind Teil der Natur.“

Das zeigt sich auch in der Art des Weinbaus. Auf natürliche Bewirtschaftung legt Khuen-Belasi großen Wert. In den Weinbergen kommt schon seit Jahren keine Chemie zum Einsatz. Der aus persönlicher Überzeugung praktizierte biologische Anbau wird ab 2023 mit der offiziellen Bio-Zertifizierung offiziell bestätigt werden. Im Keller werden die Weine schonend behandelt. Korrekturen mit künstlichen Mitteln sind auch deshalb unnötig, weil den Weinen viel Zeit zur Reife gegeben wird. So werden die Weißweine frühestens nach zwei Jahren zum Verkauf freigegeben und die Rotweine nach drei bis vier Jahren. Auch der Vernatsch, der woanders meist schon im Frühjahr nach der Ernte erhältlich ist.

„Unsere hohen Lagen mit ihren Kalkschotter- und Porphyr-Verwitterungsböden und den zum Teil sehr alten Rebstöcken ergeben komplexe Weine. Sie brauchen Zeit, um sich zu entfalten. Entsprechend werden sie auch im Keller behandelt. Alle Weine reifen je nach Sorte eine gewisse Zeit in Holzfässern verschiedener Größe.“

Wer nun meint, die Weine von Schloss Englar seien kraftstrotzende, schwere Gewächse, liegt falsch. Alle Weine bestechen durch ihre feine, zarte Frucht und ihren animierenden Charakter. Es werden die klassischen Südtiroler Sorten produziert: Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gewürztraminer, Vernatsch und Blauburgunder sowie der hier eher seltene Riesling.

Bis 2012 wurden die Trauben an die örtliche Genossenschaft verkauft. Seither ist es Johannes Khuen-Belasi zusammen mit seinem jungen Kellermeister Johannes Pichler gelungen, einige der interessantesten Weine des Anbaugebietes zu erzeugen. Drei Auszeichnungen mit dem wein.plus-Herzen (dem Symbol für die feinsten und interessantesten Weine ihrer Stilrichtung, Kategorie und Preislage) in drei Jahren sowie die Ernennung zur “Entdeckung des Jahres 2018”' belegen dies eindrucksvoll.

Die Weine von Schloss Englar in den
Weinkritiken von wein.plus

 

Thomas Niedermayr - Hof Gandberg

Thomas Niedermayr / Thomas Niedermayr

Produzenten-Info

Thomas Niedermayr - Hof Gandberg
Adresse:
Schulthauserweg 1
I-39057 Eppan an der Weinstraße

Tel.: +39 0471 664 152
E-mail
Webseite

Direktverkauf:
nach Voranmeldung

„Die Weine der Zukunft“ nennt Thomas Niedermayr seine Gewächse. Zukunft heißt für ihn: Hochwertige Weine, die ohne Spritzmittel produziert werden. Deshalb setzt er ausschließlich auf pilzresistente Sorten (Piwis). Die Grundlagen für die „Weine der Zukunft“ wurden schon vor über 30 Jahren von seinem Vater Rudolf gelegt. Er beschäftigte sich schon zu einer Zeit mit diesen Sorten als viele noch gar nicht wussten, was das überhaupt ist. Thomas ist seit 2013 für den Betrieb verantwortlich und führt diese Arbeit mit der von seinem Vater geerbten Radikalität weiter.

Manchmal tat er das so radikal, dass es Rudolf Niedermayr die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Als sein Sohn zum Beispiel mit dem Einsatz von Schwefel zur Stabilisierung des Weins soweit runter ging, wie er sich das selbst früher niemals getraut hätte. Oder als er bei einem Wein, bei dem die Gärung einfach nicht voran ging, nicht eingriff, sondern sich mit viel Vertrauen und Geduld auf den natürlichen Gang der Dinge verließ.

„Mein Ziel ist es, Weine zu erzeugen, die sich durch Tiefe, Spannung, Raffinesse und Komplexität auszeichnen”, sagt Thomas Niedermayr. Beeindruckend ist die Langlebigkeit seiner Weine, sowohl was die Reifefähigkeit in der Flasche betrifft, als auch die der Weine in der einmal geöffneten Flasche.

Niedermayr produziert heute die Weine Freistil, Summ³, Bronner, Solaris, Souvignier gris, die weiße Cuvée Sonnrain, den Orange Wine Abendrot und die rote Cuvée Gandfels. Alle Weine zeichnet neben der erwähnten Reifefähigkeit ein intensiver, würziger, dabei jedoch immer feiner und klarer Geschmack aus. Sie werden alle spontan vergoren, in größtenteils gebrauchten Holzfässern ausgebaut, die praktisch keinen Geschmack abgeben, für die Weine aber „ein Ambiente bieten, das ihrem natürlichen Charakter sicherlich besser entspricht als ein kaltes Stahlfass.“ Nach dieser Fassreife fließen die Weine unfiltriert und ungeschönt in die Flasche.

Eines sollte erwähnt werden, weil man es ja wirklich selten hört. Ein großes Lob spricht Thomas Niedermayr den deutschen Touristen aus, denn sie - und fast ausschließlich sie - waren es, die mit ihrem Interesse an Bio-Wein und Bio-Obst den Betrieb in den schwierigen Anfangsjahren am Leben erhielten.

Die Weine von Thomas Niedermayr in den
Weinkritiken von wein.plus

 

Kellerei St. Michael Eppan

Hans Terzer / Thomas - Kellerei St. Michael Eppan

Produzenten-Info

Kellerei St. Michael Eppan
Adresse:
Umfahrungsstraße 17-19
I-39057 Eppan an der Weinstraße

Tel.: +39 0471 664654
E-mail
Webseite

Der Wineshop, in dem alle Weine verkostet werden können, ist geöffnet von: Montag bis Freitag: 9:00 - 18:30 Uhr, Samstag: 9:00 - 17:00 Uhr

„Als ich 1977 eingestellt wurde, bestand mein Auftrag darin, mit möglichst wenig Aufwand fehlerfreie Weine zu keltern“, sagt Hans Terzer über seinen Beginn als Kellermeister bei der Kellerei St. Michael Eppan. Das heutige Muster-Weinland Südtirol produzierte damals fast ausschließlich einfache Massenweine, vor allem Vernatsch. Aber so wenig es einen fähigen Musiker zufriedenstellt, lediglich keine falschen Töne zu spielen, so wenig wollte sich Hans Terzer damit abfinden, technisch korrekte, aber ausdruckslose und einfache Weine zu produzieren.

Zu Hilfe kam ihm dabei, dass die Nachfrage für Südtiroler Billigweine zusammenbrach und man gezwungen war, andere Wege zu gehen. Dabei war Hans Terzer einer der Männer der ersten Stunde. Schon in seiner Studienzeit in der Laimburg waren Weißweine seine große Liebe. Er erkannte damals schon, dass die meisten Lagen in Eppan für weiße Sorten besser geeignet waren als für rote. Aber in den Eppaner Weinbergen standen zu 85 Prozent rote Sorten und es wurden viel zu hohe Erträge geerntet. Hans Terzer machte sich mit Zielstrebigkeit und Kompromisslosigkeit daran, dies zu ändern. Das hat ihm damals nicht nur Freunde eingebracht – im Gegenteil. Die Zahl der Skeptiker war sicherlich größer als die derjenigen, die seine Strategie für die richtige hielten. Zum Glück für ihn – sowie für St. Michael Eppan und letztlich für ganz Südtirol - gab es auf der entscheidenden Mitgliederversammlung genügend Unterstützung für seinen Weg. Der Rest ist Geschichte. Die Kellerei St. Michael Eppan gehört heute zu den wichtigsten Weißwein-Betrieben Italiens. Ihr Ruf als Top-Kellerei ist international unbestritten. Der erste Schritt hin zu Top-Weinen war der ‚Schulthauser‘, ein aus den besten Lagen bei Eppan Berg gewonnener Weißburgunder, bei dem man neue, ‚alte‘ Wege ging und einen Teil der Trauben im großen Holzfass ausbaute.

1986 kam die St. Valentin-Linie mit drei Weinen – Chardonnay, Pinot Grigio und Gewürztraminer - hinzu und mit ihr der endgültige Durchbruch für die Kellerei. Vor allem auf dem italienischen Markt feierte sie einen Erfolg nach dem anderen. Das ließ auch die letzten Kritiker verstummen. Die hohen Verkaufspreise der Weine ermöglichten es, den Mitgliedern Traubenpreise zu zahlen, die früher niemand für möglich gehalten hätte.

„Das machte die Arbeit hin zu noch mehr Qualität viel leichter. Denn wenn ich dem Weinbauer für seine Mehrarbeit sowie für die notwendige Ertragsreduktion ein gutes Entgelt biete, ist jeder schnell überzeugt“, sagt Hans Terzer. Diese neue Qualitätsoffensive hat einerseits zu einer Aufwertung der Basis- und der Selektionslinie geführt. Heute besteht die St. Valentin aus fünf weißen – Sauvignon, Weißburgunder, Chardonnay, Pinot Grigio und Gewürztraminer, drei Rotweinen – Pinot Noir, Lagrein sowie einer Cuvée aus Cabernet und Merlot. Seit 1989 gibt es auch den edelsüßen Gewürztraminer 'Comtess‘, für den die Trauben erst kurz vor Weihnachten gelesen werden.

Zum Jubiläum des 25-jährigen Bestehens der St. Valentin-Linie wollte Hans Terzer zeigen, „dass wir noch mehr können“. Er produzierte den Appius. Im Unterschied zu den traditionell reinsortigen St. Valentin-Weinen ist dies eine Cuvée, die das jeweils Beste des Jahrgangs in sich vereint. Dazu werden die wertvollsten Partien aus Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio vereint. Die Anteile sind von Jahrgang zu Jahrgang verschieden – je nachdem, was die Traubenqualität hergibt. Die einzelnen Rebsorten werden sortenrein ein Jahr lang im kleinen Holzfass ausgebaut. Darauf erfolgt die Assemblage und diese reift weitere drei Jahre auf der Feinhefe im Stahltank, bevor sie abgefüllt wird. Hans Terzer gibt dem Appius eine Reifezeit von 25 bis 35 Jahren. Vervollständigt wird diese neue Kreation seit 2017 durch zwei weitere Weine der Top Wine Collection aus Sauvignon Blanc und Pinot Noir. Mit diesen Weinen will Hans Terzer deutlich machen, dass „in Eppan auch Qualitäten möglich sind, die sich in die Weltspitze einreihen können“.

Die Weine der Kellerei St. Michael Eppan in den
Weinkritiken von wein.plus

 

Stroblhof – Rosi und Andreas Nicolussi-Leck

Rosi Ausserer, Andreas Nicolussi-Leck und Thomas Nicolussi-Leck (v.l.) / Stroblhof

Produzenten-Info

Schloss Korb – Fritz Dellago
Adresse:
Pigenoer Weg 25,
I-39057 Eppan

Tel.: +39 0471 662 250
E-mail
Webseite

Direktverkauf von April bis November beim Hotel, im Winter auf Voranmeldung. Geführte Verkostungen nach Anmeldung zum Preis von 20 Euro finden jeden Montag um 16.00 Uhr statt.

Der auf 500 Meter Meereshöhe im Eppaner Ortsteil Pigenò gelegene Stroblhof blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Erstmals als Weinhof urkundlich erwähnt wurde er schon vor 1600. Der wichtigste Weißwein des Betriebs ist der 'Strahler', ein Mischsatz aus größtenteils Weißburgunder und jeweils fünf Prozent Chardonnay und Pinot Grigio. „Weißburgunder wurde schon vor 200 Jahren auf dem Stroblhof angebaut. Der Name Strahler taucht zum ersten Mal 1845 auf und bezeichnete die Spalierreben, die damals noch in Südtirol gepflanzt wurden, bevor man sie fast flächendeckend durch die Pergel ersetzte,“ erklärt Andreas Nicolussi-Leck. „Vor über dreißig Jahren begann mein Schwiegervater Josef Hanni aus Qualitätsgründen die klassische Pergel durch den modernen Drahtrahmen zu ersetzen. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1993 haben wir diesen Weg konsequent fortgesetzt. Die noch vorhandenen Obstbäume in den besten Hanglagen haben wir zugunsten von Burgundersorten gerodet.“

Alle Weißweine, auch der Sauvignon Blanc und Chardonnay, werden ohne biologischen Säureabbau erzeugt. Sie zeichnen sich deshalb durch einen sehr rassigen, animierenden Charakter aus, den sie auch über Jahre hinweg behalten. „Ich will, dass man in unseren Weinen die Frische der Berge spürt, die bei uns in Pigenò noch ausgeprägter ist als anderswo in Südtirol. Neben den Fallwinden des Mendelgebirges sorgen auch noch die nahegelegenen Eislöcher für angenehm kühle Frische.“ Schon seit den 1970er Jahren, als überall in Südtirol fast ausschließlich billiger Vernatsch produziert wurde, profilierte sich der Stroblhof immer mehr mit Blauburgunder. Drei Versionen kommen heute in den Handel: Ein saftig-würziger Rosé, eine Basisversion mit dem Namen 'Pigenò' sowie eine Riserva, deren Trauben von mindestens 25 Jahre alten Rebstöcken stammen. Der Ausbau erfolgt beim Rosé komplett im Stahltank, bei den beiden Rotwein in kleinen Eichenfässern. Auch bei den beiden Rotweinen ist es Andreas Nicolussi-Leck wichtig, dass man die Frische der hohen Lagen schmeckt. Seit 2018 wird das Rotwein-Angebot noch durch eine Cabernet Franc-Merlot-Cuvée ergänzt, deren Trauben vom Kalterersee stammen.

Der Stroblhof ist nicht nur ein Weingut, sondern auch ein 4-Sterne-Hotel mit ausgezeichneter Küche und gut bestücktem Weinkeller mit besten Weinen aus Südtirol anderen Anbaugebieten.

Die Weine des Stroblhofs in den
Weinkritiken von wein.plus

 
 

© Foto: Roland Brunner

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