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Was erhalten Weinfans zu fast jedem Weihnachtsfest? Eine Flasche Wein. Nun ja. Doch es gibt Geschenke, die begleiten durchs Leben mit Wein. Matthias Stelzig stellt uns seine zehn persönlichen Weihnachts-Favoriten von zehn bis 450 Euro zum Verschenken und selbst Auspacken vor.

Diese Geschenkideen hat kein Netzroboter via Google ausgesucht. Der Autor, der sie versammelt hat, schreibt seit vielen Jahren über Wein und bezeichnet sich auch privat als "echten Weinfreak". Viele der vorgestellten Produkte besitzt er selbst oder hat sie ausprobieren können. Der Text enthält keinerlei Affiliate-Links, für keinen seiner Tipps haben er oder die Redaktion irgendeine Gegenleistung erhalten.

 

Werkzeug zum Öffnen von Weinkisten

© Frank Würtz

Ein handgemachtes Werkzeug, um eine Weinkiste aufzumachen - braucht das die Welt? „Unbedingt“, sagt Erfinder Frank Würtz. Alles fing mit einer Kiste Mouton-Rothschild an. Er wollte die schöne Verpackung als Erinnerung behalten. „Dann habe ich das Ding mit Hammer und Schraubenzieher gründlich demoliert“, erinnert er sich. Das Ärgernis wurde zur Initialzündung für den Kistenfreund (98 Euro). Um die Holzkisten der feinsten Weine aus Bordeaux und der Bourgogne zu öffnen, gab es nämlich noch kein Werkzeug.

Würtz, Importeur von Crus aus Bordeaux und Bourgogne, machte sich ans Werk und begann zu tüfteln. Doch das war nicht einfach. Vor allem die abgewinkelte Spitze, mit der man unter den Deckel fährt, ohne ihn zu zerstören, erwies sich als kleines Meisterstück. Nicht zu spitz, nicht zu scharf – aber auch nicht zu stumpf.

Der Edelstahl wird nun von Handwerksbetrieben bei Solingen gestanzt, gefräst, geschliffen, gebohrt, poliert, geschärft, graviert, dazu ein Mittelteil aus Olivenholz gefertigt. Die knifflige Spitze poliert ein Metallprofi per Hand. Das spürt man sofort, wenn man den Kistenfreund ansetzt. Die Oberfläche schmeichelt den Händen, die Spitze gleitet unter den Deckel und hebt ihn ab. So wird die Fummelei mit den Kisten zum Genuss, noch bevor der erste Korken gezogen ist.


 

Hebelkorkenzieher im Edel-Design

© Atelier du Vin

Es gibt Dinge, die funktionieren einfach genial. Der Hebelkorkenzieher zum Beispiel. Wie kein anderer Öffner befördert er den Stopfen mit einer Handbewegung aus dem Flaschenhals. Kein Ziehen, kein Schrauben, kein abgebrochener Korken. Die Korkenzieher von Atelier du Vin veredeln das geniale Prinzip mit einem fast atemberaubenden Design. Wenn der Nomad (um 333 Euro) aus seinem butterweichen Lederetui gleitet, fühlt er sich an wie ein schweres Schmuckstück – und sieht auch so aus.

Den Kontrapunkt zum butterweichen, schwarzen Leder setzt die matte Honiggold-Oberfläche. Im Arbeitseinsatz legen sich die Backen des Schafts fest um den Flaschenhals. Der Griff des Hebels liegt in der Hand wie der Schalthebel eines klassischen Sportwagens. Legt man ihn um, arbeitet die Mechanik präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Der Korken gleitet, wie in Zeitlupe, aus der Flasche.

Unter der zeitlos eleganten Oberfläche steckt eine patentierte Mechanik aus präzise gearbeiteten Zahnrädern, Platinen und Nieten. Das Design wirkt, als wäre die Philosophie des Bauhauses mit einem italienischen Sportwagen aus den 1960er-Jahren verschmolzen. „Das Bauhaus entwickelte die Synthese von Form und Funktion. Wenn man die Schönheit nie der Funktionalität opfert, entsteht zeitloses Design“, erklärt die Designerin Margherita Matticari. Aus ihrem Pariser Atelier kommen etwa minimalistische Lederhandtaschen, die später auf Pariser Laufstegen getragen werden. Dieser „Haute Couture Spirit“ steckt auch in den Lederetuis der Nomads. Es sind Einzelstücke aus italienischem Leder – außen schmeichelnd, von innen gegen Weinflecken geschützt. So lässt man ihn nach getaner Arbeit in die Schatulle gleiten, legt ihn zurück in den Schrank und lächelt. Die vielen Varianten der Nomad-Serie sind ab etwa 100 Euro zu haben.


 

Öffner für Schaumwein-Flaschen

© Vacu Vin

Sekt- und Champagner stehen für Vergnügen und feierlichen Stil. Trotzdem kann einem die Ausstattung der Flasche den Spaß gründlich verderben. Die kleine Lasche an der Stanniolkapsel lässt sich nicht finden. Die Agraffe, das kleine Drahtkörbchen, leistet erbitterten Widerstand. Die Öse bricht ab, man reißt sich die Finger auf, aber die Flasche ist immer noch zu.

Zudem sitzt der Korken in Schaumweinflaschen sehr fest, um dem Druck der Kohlensäure standzuhalten. Entsprechend schwer ist er oft zu bewegen. Doch der Korken soll kontrolliert und mit einem Seufzer aus dem Flaschenhals kommen, nicht mit einem Knall. Den gibt es aber schnell, wenn man sich mit dem verklemmten Stopfen herumschlagen muss. Irgendwann fliegt das Ding an die Decke, während der gute Sprudel übersprudelt. Das sorgt für Lacher, aber nicht für Genuss.

Die Champagnerflaschen-Zange von Vacu Vin (um 17 Euro) soll einem diesen Ärger abnehmen. Das kleine Hörnchen an der Zange schiebt man unter den Draht, trennt ihn mit der Hebelkraft auf und zieht die Folie gleich mit ab. Schon legen sich die Backen um den Korken, den man jetzt freundlich, aber bestimmt, aus der Flasche befördert. Der Ausdruck „im Handumdrehen“ traf selten so genau zu.


 

Koffer zum Wein-Transport

© VinGardeValise

Wein und Reisen sind eine wunderbare Kombination. Nur wohin mit dem Wein? Den feinen Tropfen in ein paar T-Shirts gewickelt und mitten im Gepäckstück platziert? Kann man machen. Es ist aber gut möglich, dass ein Rotwein-triefender Koffer auf dem Gepäckband am Zielflughafen das letzte ist, was man von der teuren Flasche sieht.

Der VinGardeValise (bis ca. 380,00 Euro) ist die Lösung mit passgenau ausgestanzten Kunststoff-Formen für bis zu – jawoll! – zwölf Flaschen. Der Koffer kommt robust mit Eckenschützern, Rippendesign, Koffergurten und zehn Jahren Garantie. Die Einsätze lassen sich auch teilweise herausnehmen, um den Raum flexibel zu nutzen. Vollbeladen mit Wein bleibt der VinGardeValise unter den magischen 23 Kilo fürs Freigepäck. Auf leichtgängigen Rollen und mit Teleskopstange lässt er sich spielend durchs Terminal manövrieren.


 

Rucksack zum Transportieren und Ausschenken

© VinGardeValise

Noch geländegängiger ist der VinXplorer (um 206 Euro). Der Rucksack vom gleichen Hersteller ist für den täglichen Bedarf ausgelegt. Zwei Flaschen transportiert man sicher darin, geschützt im ausgestanzten Kunststoff. Fächer für Mobiltelefon, Notebook und mehr machen ihn zum robusten Begleiter.

Das Beste ist aber sein Innenleben mit dem „Pouch“: Eine spezieller Kunststoff-Aluminium-Beutel mit Kühleinheit passt, mit bis zu 1,5 Liter Wein gefüllt, in die Vordertasche des Rucksacks, wo sie an das eingearbeitete Ventil angeschlossen wird. Am Ziel angekommen, schenkt man den guten Tropfen aus dem Zapfhahn direkt im Backpack aus und hat sofort die Weinfreaks auf seiner Seite.

Mit seiner effektiven Isolierung hält der Weißwein zudem länger durch als jeder Partygast.


 

Schaumwein-Druckverschluss für angebrochene Flaschen

© Coravin

Coravin hat dafür gesorgt, dass man Stillwein glasweise genießen kann. Die Argon-Injektion durch den Korken hat die Weinwelt vom Flaschenzwang befreit. Erfinder Gregg Lambrecht hat das System inzwischen mit dem Coravin Sparkling für Schaumwein erweitert (Set mit zwei Verschlüssen und sechs Patronen um 450 Euro). Denn den trinkt man oft nicht am ersten Abend aus – und wenn die Perlage nachlässt, ist es vorbei mit dem Genuss. Der Coravin löst beide Probleme. Wie beim Stillwein übernimmt den Luftabschluss ein Gas, das sich auf die Oberfläche legt. Hier ist es aber nicht Argon, sondern Kohlensäure – der Stoff, aus dem die Perlen sind.

Man öffnet die Flasche und bedient sich. Zum Schluss kommt der Coravin-Druckverschluss auf die Flasche. Dadurch leitet man Gas bis zu einem Druck von 3,8 Bar ein. Das ist so viel wie in einer geschlossenen Sektflasche. So bleiben die feinen Bläschen im Schaumwein. Kohlensäure hält den Sauerstoff allerdings nicht so gut fern vom Wein wie das bei Coravin eingesetzte Argon: Das O in CO2 steht schließlich für Sauerstoff. Aber eine gute Woche Zeit für eine halbe Flasche ist locker drin. Da ist es ohnehin wieder mal Zeit für ein Gläschen. Zur Sicherheit verfügt der Coravin zudem über eine Anzeige, an der man ablesen kann, ob der Schaumwein noch genügend unter Druck steht.


 

Korkenzieher für lange gereifte Weine

© The Durand - Wining Taylors

Der Korken in einer viele Jahre alten Flasche hat seine Tücken. Trocken gelagert, lässt er sich oft direkt vom Korkenzieher in die Flasche drücken. Im feuchten Keller hingegen klebt er sich im Flaschenhals fest. Der Korkenzieher fördert nur die bröselige Mitte des Korkens zutage, während feines Mehl in den Wein rieselt. Der klassische Korkenzieher ist da keine Hilfe mehr. Tüftler helfen sich mit einer sogenannten “Hebamme”, bei der sich zwei Stahlstifte zwischen Korken und Glas schieben. Was allerdings auch keinen unfallfrei gezogenen Korken garantiert.

Der Durand (um 155 Euro) bietet beides: Während die Federzungen den Korken zusammenhalten, schraubt sich die Spindel von oben in das Material. So kann der Stöpsel nicht in die Flasche fallen und wird zugleich zusammengehalten.

Der Durand wurde von einem Weinsammler in den USA entwickelt, der die bröckelnden Korken seiner alten Schätzchen satt war. Heute ist der Durand das Maß der Dinge. Er ist nicht eben günstig. Aber wenn man ihn benutzt, macht er sich bezahlt.


 

Dekantieren, Ausschenken, frisch halten

© Eto

Luftkontakt ist einer der entscheidendsten Faktoren beim Wein. Durch Dekantieren können sich vor allem ältere Weine noch enorm steigern. Alles, was danach kommt, ist aber nur noch ärgerlich. An der Luft lösen sich die feinen Aromen des Weins, vor allem wenn er trocken und weiß ist, in Luft auf. Kurz darauf schmeckt er schal. Schade drum!

Außer, man nutzt den Eto Wine Preserver (um 169 Euro). Die Karaffe übernimmt das Dekantieren sowie Ausschenken und macht dabei haptisch richtig Spaß. Auf den Rest des Weins senkt sich von oben der Deckel mit patentiertem Ventil auf den Flüssigkeitsspiegel.

Ab jetzt luftdicht versiegelt, bleibt der Rest tagelang im Kühlschrank taufrisch. Wie das funktioniert? Verrät der Hersteller nicht – er hat’s schließlich patentiert. Den Eto gibt es mit graviertem Monogramm und in sieben Farben, aber nicht in Blau.


 

Sektverschluss mit Druck-Anzeige

© Atelier du Vin

Der Hersteller Atelier du Vin sitzt in der Champagne. Dort machen sie sich seit fast hundert Gedanken über edles Weinzubehör. Neben den Korkenzieher-Sets, die oft für einen Design-Preis gut sind, entstehen dabei auch einfache und geniale Produkte. Wie der “Bubble Indicator” (um 48 Euro).

Offene Sektflaschen halten sich eine Zeitlang im Kühlschrank. Aber nur, wenn man sie so gut verschließt, so dass keine Kohlensäure entweicht. Der Bubble Indicator misst permanent den Innendruck der Flasche.

Zunächst steigt er an, weil der Sekt Kohlensäure abgibt. Wenn er aber unter ein bestimmtes Niveau fällt, wird er schal. Der Bubble Indicator erinnert daran, dass es mal wieder Zeit für ein gutes Glas Sekt oder Champagner ist.


 

Nützlicher Karaffenreiniger

© Ad Hoc

Dekantier-Karaffen können kleine Kunstwerke sein, manche sogar große. Da ihre Funktion dem Designer viele Freiheiten lässt, überbieten sich Glashütten in immer ausgefalleneren Formen. Nur beim Saubermachen kommt der große Frust: Einmal das Spülen am Ende des Abends vergessen, und schon setzt das Kristallglas hässliche, rotbraune Beläge an. In den endlosen Windungen wird man sie kaum wieder los. Da bewirkt der kleine Karaffenreiniger von Ad Hoc (um 10 Euro) kleine Wunder.

Ein Magnet mit Nylongewebe wird von innen an die Gefäßwand gedrückt und mit einem zweiten Magneten von außen gehalten und an der Innenwand entlang gezogen, wo er alle Beläge mitnimmt. So kann man gefahrlos und bequem auch die hinterste Ecke penibel säubern. Wer als Kind ein Aquarium hatte, weiß Bescheid. Reinigt übrigens auch Vasen. Unter dem Suchwort “Karaffenreiniger” finden sich im Netz mehrere Anbieter mit verschiedenen Designs.


 

Kalender speziell für Weinfans

© Markus J. Eser

Jeden Tag etwas Neues über Wein erfahren? Man kann die Weinfrage des Tages auf wein.plus verfolgen. Gut an der Wand macht sich auch der vergnügliche Weinkalender 2023 (15,95 Euro) des Weinakademikers Markus J. Eser. Er vermittelt täglich Wissen über Wein und Spirituosen von Absinth bis Zibartenbrand.

Dazu erfährt der Weinfans Wissenswertes zu Sherry, Port, Madeira sowie Champagner, Cava, Prosecco und Winzersekt.

Richtig nützlich ist auch der Einkaufszettel für das „Rebsorten-Rezept der Woche“. An jedem Freitag stellt Eser eine Rebsorte vor und ergänzt sie mit einem auf diese Weine abgestimmten Rezept.

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