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Weißwein nicht zu kalt, Rotwein nicht zu warm – diese Regel hat derzeit Sommerpause. Jetzt gilt: Möglichst kalt servieren! Marcus Hofschuster und Kim Schreiber stellen Weine vor, die damit in der Hitze richtig gut schmecken.

Weißwein nicht zu kalt, Rotwein nicht zu warm – soweit eine bekannte Faustregel zum Servieren von Wein. Im Hochsommer aber, insbesondere angesichts aktueller Hitzewellen, ist es ratsam, diese Regel durch eine andere zu ersetzen: Servieren Sie ihre Weine allesamt so kalt wie nur möglich! Warm werden sie von alleine.

Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Rat bei Weiß- und Roséwein ebenso auf überwiegende Zustimmung trifft wie bei allem, was prickelt. Bei Rotweinen dürfte der Widerstand erheblich größer sein. Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, Rotwein wäre bei sogenannter Raumtemperatur angemessen temperiert. Ganz egal, ob es sich um ein klimatisiertes Esszimmer mit 20 Grad handelt oder die Kneipe nebenan, in deren Schankraum es schon im Winter 24 Grad hat, im Hochsommer gerne auch mal 32.

Dabei sind 20 Grad schon viel zu warm. Es gibt abseits der Außenbereiche von Skihütten nur wenige Situationen, in denen die Umgebungstemperatur jener entspricht, in der man seinen Wein genießen will. Und das gilt ausdrücklich auch für Rotwein. Kaum etwas kommt echter Folter näher als ein zu warm ausgeschenkter Bardolino, Chianti, Rioja, Spätburgunder oder Bordeaux.

In erster Linie geht es bei unserer Sommer-Regel darum, dass ein zu kühl servierter Wein selten ein Problem darstellt, weil er sich ohnehin schnell erwärmt, während sich der Schaden bei einem zu warm eingeschenkten Glas nur noch schwer beheben lässt.

Zudem werden sich die meisten Genießer über den ersten Erfrischungseffekt eines kalten Weins freuen, bevor sie sich der Aromenentwicklung des sich langsam erwärmenden Tropfens widmen.

Viel weniger bekannt ist der Spaß, den man mit wirklich gut gekühlten Roten im Sommer haben kann – solange man die richtigen Rotweine dazu aussucht. Geeignet ist dabei alles, was hauptsächlich auf Frucht setzt. Zu tanninreiche und auch betont holzwürzige Exemplare wirken stark gekühlt hingegen streng und bitter. Wer Letztere gut temperiert pünktlich zu einem Speisengang einsetzen will, sollte die Flasche doch eine Viertelstunde vor dem Einschenken aus dem Kühlschrank nehmen. Alle anderen aber schmecken auch kalt, gerade wenn draußen die Sahara zu Besuch ist.

Wir haben im Folgenden die besten Sommerweine aus unseren aktuellen Verkostungen ausgesucht. Weine mit besonders niedrigem bis moderatem Alkohol, bei den Roten zudem nur solche aus Sorten und Stilrichtungen, die sich für den kühlen Genuss besonders anbieten.

Wir raten dazu, eventuelle Scheuklappen abzulegen und den nächsten – sorgfältig ausgesuchten – Roten bei abendlichen 28 Grad Außentemperatur frisch aus dem Kühlschrank zu holen. Sie werden überrascht sein, wieviel Spaß er Ihnen bereiten wird!

Verkostung: Sommerweine Besonders leichte trockene Weißweine

Verkostung: Sommerweine Leichte bis mittelkräftige trockene Weißweine

Verkostung: Sommerweine Halbtrockene/feinherbe Weißweine

Verkostung: Sommerweine Kabinett

Verkostung: Sommerweine Rosé

Verkostung: Sommerweine Schaumwein

Verkostung: Sommerweine Besonders leichte Rotweine

Verkostung: Sommerweine Weitere Rotweine für den gekühlten Genuss